25.03.2018, 07.30 Uhr

Chia-Samen, Gojibeeren und Co.: DIESE Superfoods sollten Sie lieber nicht essen

Chia-Samen gelten als Superfood, können aber auch zu gesundheitlichen Problemen führen.

Chia-Samen gelten als Superfood, können aber auch zu gesundheitlichen Problemen führen. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Dana Kaule

Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper - das wusste schon der alte Goethe. Um sich fit zu halten, ist Sport aber längst nicht das A und O, auch eine gesunde Ernährung will gelernt sein. Um dem noch das Krönchen aufzusetzen, greife man bevorzugt auf sogenannte Superfoods, wie Gojibeeren, Chia Samen und Co. zurück. Die liegen nicht nur im Trend, sondern sollen auch wahre Wunder bewirken - eigentlich. Denn bei näherer Betrachtung verpufft die Wunderwirkung.

Was sind Superfoods überhaupt? - Eine Definition

Superfoods unterscheiden sich von anderen Lebensmitteln durch ihre Inhaltsstoffe. Wie die Verbraucherzentrale auf ihrer Internetseite informiert, enthalten sie größere Mengen von Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, die für die Gesundheit besonders förderlich sind. Zudem sollen Superfoods bestimmten Krankheiten vorbeugen, länger satt und letztlich schlank machen. Bei der Vielzahl von ihnen handelt es sich nicht um heimische Lebensmittel, sondern um exotische Früchte, Beeren oder Samen. Das birgt Risiken, etwa Überempfindlichkeitsreaktionen, Allergien oder Wechselwirkungen mit Medikamenten.

Gojibeere und Avocado: Vitamin- oder doch eher Kalorienbomben?

Das betrifft unter anderem die Gojibeere, der gleich zahlreiche Wirkungen nachgesagt werden, etwa dass sie das Immunsystem stärkt, gegen Schlafprobleme hilft oder Krebs vorbeugt. Bislang gibt es allerdings keine wissenschaftlichen Studien, die das tatsächlich belegen. Und auch die vielen Inhaltsstoffe, allen voran Vitamin C, Eiweiße, Ballaststoffe oder Anthocyane, unterscheiden sie kaum von heimischem Obst und Gemüse, etwa der Heidel- oder Johannisbeere. Zudem besteht eine Wechselwirkung zu blutverdünnenden Medikamente, wie "Apotheken-Umschau" berichtet.

Ein weiteres Problem liegt unter anderem in der Verarbeitung. Denn die Gojibeere ist hierzulande vornehmlich getrocknet erhältlich. Dadurch besteht sie aber zu knapp der Hälfte aus Fruchtzucker. Eine ordentliche Kalorienbombe sind auch Avocados. Sie sind zwar gesund, haben aber auch den höchsten Fettgehalt aller bislang bekannten Obst- und Gemüsesorten. Auf 100 Gramm Avocado-Fruchtfleisch kommen 200 Kalorien und 25 Gramm Fett.

Gesundheitsfördernde Wirkung der Blaualge Spirulina ist nicht belegt

Zu den Superfoods im weitesten Sinne zählen auch Präparate aus der Blaualge Spirulina. Allerdings hat hier die Stiftung Warentest bereits 2011 darauf hingewiesen, dass die gesundheitlichen Wirkungen der Spirulina-Präparate bislang wissenschaftlich überhaupt nicht belegt sind, sei es die Verlangsamung des Alterungsprozesses, die Stärkung des Immunsystems oder die Prävention von Krebs. Dass Spirulina mit 60 Prozent einen sehr hohen Eiweißgehalt hat, ist nicht umstritten. Problematisch sind jedoch die Inhaltsstoffe.

Neben Kalium, Magnesium und Chlorophyll weist die Blaualge einen hohen Vitamin-B12- und Eisen-Gehalt auf. Einziger Nachteil: Beides liegt in einer Form vor, die der menschliche Körper kaum verwerten kann, so die Ernährungswissenschaftlerin Antje Gahl gegenüber "Apotheken Umschau". Um diese Nährstoffe aufzunehmen, könne man auch auf andere Lebensmittel zurückgreifen. Die Blaualge ist nichtsdestotrotz zum Ernährungstrend mutiert vor allem in Form von sogenannten "Mermaid-Bowles", bei der sie als Pulver ins Müsli gegeben wird.

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Superfood oder Gesundheitsrisiko? Chia-Samen haben Nebenwirkungen

Auch die gesundheitliche Wirkung von Chia-Samen ist kaum erforscht. Dafür enthalten sie neben der Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure sehr viel Fett und Kalorien: 100 Gramm der Samen zählen knapp 500 Kilokalorien. Zudem könnten die Samen mit einem Gesundheitsrisiko einhergehen, da sie stark aufquellen - nicht nur in der Müslischale, sondern auch im Magen und Darm. Dort verursachen sie Verdauungsprobleme. Daher empfiehlt die Europäische Lebensmittel-Sicherheitsbehörte EFSA, pro Tag nicht mehr als 15 Gramm Chia-Samen zu essen, was einem Esslöffel entspricht.

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kad/loc/news.de
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