03.05.2018, 09.22 Uhr

Zecken-Gefahr durch FSME: Borreliose-Alarm! So schützen Sie sich vor Zecken

Wer sich in der Natur aufgehalten hat, sollte seinen Körper daher sofort auf Zecken kontrollieren.

Wer sich in der Natur aufgehalten hat, sollte seinen Körper daher sofort auf Zecken kontrollieren. Bild: Patrick Pleul/dpa

Mehr Infektionen mit der tückischen Krankheit FSME, neue Hot-Spots im Norden und eine neue Zeckenart als möglicher Überträger: Es gibt schlechte Nachrichten zum Start der Zeckensaison.

Zecken 2018: Risikogebiete in Deutschland - Bayern, Baden-Württemberg

FSME-Risikogebiete in Deutschland.

FSME-Risikogebiete in Deutschland. Bild: dpa

Bayern und Baden-Württemberg und die angrenzenden Landkreise gelten seit Jahren als Risikogebiete. Neben dem Gemeinen Holzbock und der Auwaldzecke komme jetzt möglicherweise eine weitere aus dem Mittelmeerraum stammende Zecke mit dem Namen Ixodes inopinatus als Überträger hinzu, hieß es vorab.

Gefahr durch Zecken: Was ist FSME?

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kann zu Hirnhautentzündung führen. In der Regel wird die Krankheit durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen. Das Robert-Koch-Institut registrierte im vergangenen Jahr bundesweit 481 Erkrankungsfälle - und damit mehr als in den Jahren davor. Einen Trend zu immer mehr Erkrankungen gebe es aber nicht, hieß es dort. "Der Trend ist die Schwankung", sagte eine Sprechin des RKI.

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FSME-Viren können durch Rohmilch übertragen werden

Seit etwa zwei Jahren gibt es einen relativ neuen Übertragungsweg von FSME über Rohmilch von infizierten Weidetieren. Erst 2016 hatte ein Fall Schlagzeilen gemacht, bei dem sich zwei Menschen an Rohmilch-Käse aus Ziegenmilch angesteckt hatten. 2017 seien acht solcher Fälle registriert worden, berichtet Ute Mackenstedt, Leiterin des Fachgebiets Parasitologie an der Uni Hohenheim. Eine FSME-Impfung schützt jedoch vor der Infektion auf diesem Wege.

Wo kann ich von Zecken befallen werden?

Überall in der Natur - in Wäldern, Wiesen, Parks und Gärten. Zeckenbevorzugen eine feuchte Umgebung. Sie können nicht springen und fallen auch nicht von Bäumen herab, sondern klettern auf Grashalme und Gebüsch. Streift man den Winzling im Vorbeigehen, klammert er sich fest.

Suchen Sie Ihren Körper gezielt ab

Zecken stechen nicht sofort zu. Sie krabbelen zunächst längere Zeit auf dem Körper umher, um eine geeignete Stelle zu finden. Deshalb sollte man gleich nach dem Aufenthalt in einem möglichen Zeckengebiet vor allem Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Armbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich und Kniekehlen absuchen.

Was tue ich, wenn ich eine Zecke entdeckt habe?

Hat sich eine Zecke schon festgebissen, sollte sie möglichst schnell mit einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange herausgezogen werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Die Tiere können mehrere Tage lang Blut saugen. Zu einer Borreliose-Infektion kommt es innerhalb der ersten zwölf Stunden nach dem Stich nur selten. Die Borrelien sind im Darm der Zecke, und es dauert eine Weile, bis sie nach draussen gelangen. FSME-Viren werden dagegen schon innerhalb kurzer Zeit nach dem Stich übertragen.

Zeckensaison 2018: Was ist Borreliose?

Die Lyme-Borreliose ist die am häufigsten durch Zecken übertragene Erkrankung in Deutschland. Schätzungen gehen von mehreren Zehntausend Neuerkrankungen pro Jahr aus, die Diagnose ist schwierig. Die Gefahr, sich mit FSME anzustecken, ist wesentlich geringer. Etwa 300 Menschen erkranken Experten zufolge jedes Jahr daran. Während die FSME vor allem in süddeutschen Risikogebieten auftritt, kann sich die Lyme-Krankheit im ganzen Land entwickeln.

Wie sind die Symptome von Borreliose?

Treten nach einem Zeckenbiss Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen oder Abgeschlagenheit auf, kann das auf Borreliose hindeuten. Ein charakteristisches Merkmal ist zudem eine sogenannte Wanderröte: eine sich ringförmig ausbreitende Hautrötung. Später können Nervenlähmungen, Hirnhautentzündungen oder entzündliche Schwellungen der Knie- und Sprunggelenke auftreten. Auch eine FSME-Infektion äußert sich zunächst mit grippeähnlichen Symptomen und kann zu einer Entzündung der Hirnhaut, des Hirns oder des Rückenmarks führen.

Keine Impfung gegen Borreliose

Gegen die Lyme-Borreliose gibt es keine Impfung, sie ist aber gut mit Antibiotika zu behandeln. Gegen FSME kann man sich dagegen impfen lassen. Der Schutz ist vor allem für Menschen in Risikogebieten wichtig, denn FSME lässt sich nicht wirksam behandeln.

Zecken-Gefahr vorbeugen: So läuft die FSME-Impfung ab

Eine Impfung gegen die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) empfiehlt sich für alle, die in einem entsprechenden Risikogebiet leben. Dazu rät die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Die Standardvariante sieht drei Impftermine vor. Zwischen der ersten und zweiten Dosis liegen ein bis drei Monate, zwischen der zweiten und dritten fünf bis zwölf Monate. Dafür hält der Schutz dann mindestens drei Jahre. Zwei Impfdosen schützen bereits zu 98 Prozent, der Schutz hält dann aber nur ein Jahr.

Wer eine Reise in ein FSME-Gebiet plant und nicht so viel Zeit hat, kann eine Schnellimpfung in Erwägung ziehen. Hierbei sind zwei bis drei Impftermine nötig. Ein Impfschutz für ein bis anderthalb Jahre lässt sich damit schon in drei bis fünf Wochen erreichen, erläutert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

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fka/kad/news.de/dpa
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