27.09.2018, 15.01 Uhr

Nekrotisierende Fasziitis: Verfault bei lebendigem Leib! Diese Krankheit ist tödlich

Durch Hautverletzungen kann es zu einer lebensgefährlichen nekrotisierenden Fasziitis kommen. (Symbolbild)

Durch Hautverletzungen kann es zu einer lebensgefährlichen nekrotisierenden Fasziitis kommen. (Symbolbild) Bild: Fotolia/oatautta

Von news.de-Redakteurin Dana Kaule

Für die Eltern des kleinen Liam war es die schwerste Woche ihres Lebens: Ihr achtjähriger Sohn war beim Fahrradfahren gestürzt und hatte sich das Bein verletzt. Nichts schlimmes, könnte man meinen. Doch die Wunde infizierte sich mit sogenannten fleischfressenden Bakterien. Diagnose: Nektrorisierende Fasziitis.

Ihm wurden mehrere Gliedmaßen amputiert, doch vergebens. Der achtjährige Junge starb nur eine Woche nach seinem Fahrradunfall. Es ist nicht der erste Fall. Immer wieder berichten Medien darüber, dass Menschen durch die lebensgefährliche Infektion Körperteile verlieren oder gar sterben. Doch was genau verbirgt sich hinter der lebensbedrohlichen Erkrankung?

Nekrotisierende Fasziitis - Was ist das?

Auslöser einer nekrotisierenden Fasziitis können unter anderem Streptokokken sein. (Symbolbild)

Auslöser einer nekrotisierenden Fasziitis können unter anderem Streptokokken sein. (Symbolbild) Bild: Fotolia/Sagittaria

Bei der Erkrankung handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Zu den auslösenden Erregern gehören insbesondere Gruppe-A-Streptokokken, oder es kommt zu Mischinfektion von aeroben, das heißt sauerstoffabhängigen, und anaeroben Bakterien, die keinen Sauerstoff benötigen, etwa Staphylokokken. Diese Erreger gelangen über Hautverletzungen, Injektionen oder nach chirurgischen Eingriffen in den Körper. Von der nekrotisierenden Fasziitis ist die Unterhaut ebenso betroffen wie die Faszien, das ist die Muskelhaut, die Muskeln und Muskelgruppen umgibt. Nekrotisierend bedeutet, dass das Gewebe abstirbt. Der Begriff "fleischfressende Bakterien" scheint hier irreführend.

Symptome bei einer nekrotisierenden Fasziitis

Die nekrotiserende Fasziitis macht sich zunächst durch unspezifische Symptome bemerkbar, etwa hohes Fieber, schlechtes Allgemeinbefinden und lokale Schmerzen, die jedoch auch bei kleinen Verletzungen stark ausgeprägt sein können. Im weiteren Verlauf kommen Schwellungen, eine stärkere Rötung und Überwärmung der betroffenen Stellen hinzu. Diese werfen außerdem Blasen, die mit einer rötlichen, zähen Flüssigkeit gefüllt sind. Im weiteren Verlauf sterben in diesem oder auch weiteren Bereichen Haut, Unterhaut, Faszien und Nerven ab. Dieses Stadium wird von sehr hohem Fieber begleitet.

Therapie, Überlebenschance und Vorbeugung der Bakterieninfektion

Um die Infektionserkrankung zu behandeln und die Ausbreitung der Nekrose zu vermeiden, muss das abgestorbene Gewebe komplett abgetragen werden - es dürfen keine der aggressiven Keime übrigbleiben. Begleitend wird das Medikament Clindamycin in Kombination mit dem Antibiotikum Penicillin gegeben. Greift die Infektion dennoch weiter um sich, hilft nur noch die Amputation von Gliedmaßen, um das Leben des Patienten zu retten.

Die nekrotisierende Fasziitis verläuft in nahezu der Hälfte aller Fälle tödlich. Das gilt insbesondere, wenn sie auf den Rumpf übergreift - der Tod des Patienten ist dann meist bereits besiegelt. Für einige Menschen besteht ein erhöhtes Risiko, an der Bakterieninfektion zu erkranken. Das betrifft etwa solche mit Immunschwäche oder Durchblutungsstörungen, etwa Diabetiker. Diesbezüglich können laut "symptomat.de" vorbeugenden Maßnahmen greifen, um das Immunsystem zu stärken und die Durchblutung anzukurbeln.

Mehr zum Thema: Arm verloren! Grippe entpuppt sich als tückische Bakterien-Infektion.

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kad/loc/news.de
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