02.12.2017, 07.30 Uhr

Gesundheitsmythen: Darum kann Glühwein im Winter lebensgefährlich sein

Glühwein wärmt von außen und von innen, oder?

Glühwein wärmt von außen und von innen, oder? Bild: Fotolia/nerudol

Von news.de-Redakteurin Dana Kaule

Winter ist nicht nur Advents- und Glühwein-, sondern auch Grippe- und Erkältungszeit. Viren haben ein leichtes Spiel und die Kälte macht das auch nicht besser. Um sich am besten vor dem nächsten Husten und Schnupfen zu schützen, sind dicke Mützen und Socken, ein starker Grog, Kuss-Verbot und Grippeimpfung unvermeidbar. Wirklich? Wir verraten Ihnen, welche Winter-Gesundheitsmythen Sie getrost vergessen können.

Winter-Gesundheitsmythen aufgeklärt: Hält Alkohol wirklich warm?

Mit der Eröffnung der Weihnachtsmärkte kommt man in der Adventszeit wohl kaum um einen Glühwein herum. Und wer kennt nicht die Sprüche von Mutti oder Oma, dass ein heißer Grog so richtig schön warm macht, wenn man halb durchgefroren ist. Auch wenn das Getränk wohlig warm sein mag und kurzzeitig Hände, Hals und Magen wärmt, sorgen Glühwein, Grog und Co. doch tatsächlich eher dafür, dass wir schneller frieren.

Durch den Alkohol weiten sich nämlich die Blutgefäße und die Haut wird stärker durchblutet, wobei die Blutversorgung der inneren Organe abnimmt. Dadurch gibt der Körper außerdem mehr Wärme ab, wodurch die Körpertemperatur schneller absinkt, wie die Krankenkasse BKK informiert. Daher droht bei eisigen Außentemperaturen eher eine Unterkühlung. Dass Alkohol ein Gefühl von Wärme vermittelt, kann für Betrunkene im Winter sogar lebensgefährlich sein. Das betrifft zum Beispiel Obdachlose.

Wahr oder falsch? Frieren macht krank

Und wer friert, der wird krank, heißt es dann. Humbug oder ist da was dran? Tatsache ist, dass man allein vom Frieren oder nassen Haaren im Winter weder eine Erkältung noch eine Grippe bekommt. Allerdings ist Kälte an einer Erkrankung nicht ganz unschuldig. Denn bei Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen, wodurch die Durchblutung verringert wird. Dadurch wird auch das Immunsystem geschwächt und wir sind anfälliger für Krankheitserreger, wie Bakterien oder Viren, wie zum Beispiel Parainfluenza- und Rhinoviren.

Beim Küssen steigt die Ansteckungsgefahr für Grippe und Erkältung?

Übertragen werden die Bazillen vornehmlich durch Tröpfcheninfektion, also durch Niesen, Husten oder Küssen. Also ab sofort auf den Schmatzer mit dem Partner verzichten? Keineswegs. Zwar übertragen wir mit einem Kuss auch die Erkältungsviren, aber die gelangen samt Speichel in den Magen, wo sie zersetzt werden. Und zudem stärkt Küssen das Immunsystem. Anders sieht das allerdings bei einer Ansteckung mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) aus. Das Pfeiffersche Drüsenfieber, das durch EBV verursacht wird, heißt nicht umsonst auch Kusskrankheit.

Mit einer Grippe-Impfung kann man keine Erkältung bekommen, oder?

Wer gar nicht erst krank werden möchte, ergreift vorab Maßnahmen. Dass Vitamin C nicht unbedingt eine Erkältung verhindert oder gar verbessert, ist hinlänglich bekannt. Aber wie sieht es mit der Grippeschutzimpfung aus? Ein kleiner Stich und die Erkältung ist passé - das klingt doch ganz simpel. Ganz und gar nicht, da eine saisonale Grippeimpfung laut Robert-Koch-Institut (RKI) lediglich vor Influenza-Viren schützt. Eine Erkältung dagegen kann durch viele verschiedene Erreger verursacht werden, zum Beispiel Rhino-, RS- (Respiratory-Syncytial-), Corona-, Adeno-, Parainfluenzaviren oder Bakterien. Zudem ist grundsätzlich zwischen einer Grippe und einer Erkältung zu unterscheiden.

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