11.10.2017

Bisphenol-A in Kassenzetteln: Finger weg! Darum sind Kassenbons giftig

Kassenzettel sind nicht immer ganz ungefährlich.

Kassenzettel sind nicht immer ganz ungefährlich. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Anika Bube

Er ist praktisch selbstverständlich: Bei jedem Einkauf bekommt man einen Kassenzettel. Egal ob man ihn braucht oder nicht, die Kassensysteme drucken den Bon automatisch aus. Danach landet er meist direkt beim Kassierer in der Tonne oder fristet sein Dasein in der Hosentasche, Einkaufsbeutel oder in der Handtasche. Irgendwann kommt er dann in den Müll. Doch was viele nicht wissen, das Papier ist nicht ungefährlich.

Giftiger Kassenzettel! Das steckt in dem unscheinbaren Thermopapier

Die meisten Kassenzettel bestehen nämlich aus Thermopapier. Eine Schicht Bisphenol-A ändert durch die Einwirkung von Hitze seine Farbe. Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kann BPA schon in geringsten Mengen den menschlichen Körper beeinflussen. BPA soll hormonell wirken und kann beispielsweise das Hormonsystem verändern, die Entwicklung von Ungeborenen stören und auch die Fortpflanzung beeinträchtigen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit senkte 2015 sogar den täglichen BPA-Grenzwert auf 4 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Kassenzettel sollten daher auf keinen Fall in Kinderhände gelangen. Auch Kassenpersonal ist gefährdet. Immerhin halten sie tagtäglich unzählige Kassenbons in ihren Händen. Seit vergangenem Jahr ist BPA in Thermopapier in der EU verboten. Jedoch muss das Verbot erst bis 2020 umgesetzt sein. Bis dahin lauern weiterhin Giftstoffe in dem unscheinbaren Zettel.

Thermopapier mit Bisphenol-A (BPA) richtig entsorgen

Kassenzettel gehören übrigens nicht ins Altpapier! Aufgrund ihrer Beschichtung müssen sie in den Restmüll. Gelangt dennoch ein Kassenbon in den Recyclingkreislauf, könnte BPA durch Toilettenpapier dennoch mit der Haut in Kontakt kommen.

Am besten man verzichtet bei jedem Einkauf auf den Kassenbon, wenn man ihn nicht unbedingt für die eigenen Unterlagen oder Garantieleistungen benötigt. Damit kommt man nicht mit BPA in Kontakt , sondern man spart auch noch jede Menge Papier. Einige Unternehmen bieten zudem einen elektronischen Kassenbon an. Der Drogeriemarkt dm hat für seine Kunden den Service E-Bon eingeführt. Einziger Nachteil: Der Kunde muss bei Payback angemeldet sein, um den Kassenbon per E-Mail zu erhalten.

Zudem sind einige Supermarktketten bereits auf BPA-freies Thermopapier umgestiegen. Bei Rewe, Veganz, Edeka, denn's sowie Aldi kommen nur phenolfreie Zettel zum Einsatz.

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bua/kad/news.de
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