08.07.2017, 08.00 Uhr

Mandela-Effekt: Andere Welten? So betrügt uns unsere Erinnerung

Der Freiheitskämpfer Nelson Mandela gilt als Namenspate für den Mandela-Effekt.

Der Freiheitskämpfer Nelson Mandela gilt als Namenspate für den Mandela-Effekt. Bild: dpa

Von news.de-Volontär Thomas Jacob

Kann es sein, dass uns unser kollektives Gedächtnis hinters Licht führt? Unter der Bezeichnung Mandela-Effekt beobachten Menschen auf der ganzen Welt, wie uns Erinnerungen betrügen. Das lockt auch Parawissenschaftler an. Das hat es mit dem Phänomen auf sich.

Mandela-Effekt: Definition und Erklärung von Fiona Broome

Der Begriff Mandela-Effekt wurde im Jahr 2010 von der Bloggerin Fiona Broome geprägt. Auf einer Convention unterhielt sie sich mit anderen Autoren über den ehemaligen afrikanischen Präsidenten Nelson Mandela. Dabei waren sie und ihre Kollegen fest davon überzeugt, dass Mandela in den 1980er Jahren im Gefängnis gestorben sei. Später mussten sie jedoch feststellen, dass er zum Zeitpunkt ihres Gesprächs noch am Leben war und erst im Jahr 2013 starb. Seitdem bezeichnet man damit ein Phänomen, bei dem sich Menschen kollektiv falsch an ein vergangenes Ereignis erinnern.

Star Wars und Co. - Angebliche Beispiele für den Mandela-Effekt

Besonders in der Pop-Kultur scheint der Mandela-Effekt weit verbreitet zu sein. Ein klassischer Fall ist die ikonische Szene aus "Star Wars", bei der Luke Skywalker mit Darth Vader kämpft. Dabei fällt der markante Satz, der wahrscheinlich auch Nicht-Star-Wars-Fans bekannt sein würde: "Ich bin dein Vater". Während viele davon ausgehen, dass der Wortlaut in dieser Szene "LUKE, ich bin dein Vater" sei, lautet die Originalzeile eigentlich "NEIN, ich bin dein Vater". Ebenfalls glauben viele Leute, dass die erfolgreiche Fernsehserie mit Sarah Jessica Parker eigentlich "Sex IN the City" heißen würde, obwohl sie richtigerweise den Titel "Sex AND the City" trägt. Auch hier spielt uns die Erinnerung einen Streich.

Ist der Mandela-Effekt der Beweis für ein Paralleluniversum?

Daneben gibt es weitere Beispiele, die den Mandela-Effekt belegen sollen. Häufig erinnern sich Menschen dabei falsch an Filme oder Logos, etwa bei den Farben von Pepsi. Einige sehen in dem Fakt, dass sich Menschen unabhängig voneinander falsch an vergangene Ereignisse erinnern den Beweis, dass es alternative Realitäten geben soll. Der Mandela-Effekt würde uns so angeblich einen Blick in ein Paralleluniversum ermöglichen. Einen wirklichen Beweis konnten die Anhänger dieser Theorie bislang jedoch nicht liefern. Somit bleibt der Mandela-Effekt vorerst nur eins: Ein kurioses Phänomen.

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jat/bua/news.de
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