21.06.2017, 11.40 Uhr

Hantavirus 2017: Tödlich? DAS sollten Sie jetzt über die Infektion wissen

Infektionen mit dem Hantavirus nehmen im Südwesten rasant zu. Seit Beginn des Jahres wurden dem Landesgesundheitsamt 464 Erkrankungen gemeldet, wie das Gesundheitsministerium am Sonntag in Stuttgart mitteilte.

Infektionen mit dem Hantavirus nehmen im Südwesten rasant zu. Seit Beginn des Jahres wurden dem Landesgesundheitsamt 464 Erkrankungen gemeldet, wie das Gesundheitsministerium am Sonntag in Stuttgart mitteilte. Bild: dpa

Vor allem imSüdwesten Deutschlands grassieren derzeit Infektionen mit dem Hantavirus. Seit Beginn des Jahres wurden dem Landesgesundheitsamt 464 Erkrankungen gemeldet, wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Sonntag in Stuttgart mitteilte. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 22 Fälle. Damit zeichne sich ab, dass 2017 ein "Hantajahr" werde, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Bundesweit wurden dem Robert Koch-Institut bis vergangenen Mittwoch 672 Fälle gemeldet. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es lediglich 64 Fälle.

Hantavirus 2017: Symptome und Übertragung durch die Rötelmaus

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Hantaviren (Puumalaviren).

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Hantaviren (Puumalaviren). Bild: dpa

Das Hantavirus wird von Nagetieren wie der Rötelmaus übertragen und verursacht bei Menschen eine grippeähnliche Krankheit. Der Erreger kann sich im Kot, Urin und Speichel des Nagers befinden und gelangt durch die Atemwege in den Kreislauf. Verstärktes Risiko einer Ansteckung bestehe laut "bild.de" bei Arbeiten auf Dachböden, Garagen und Schuppen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei hingegen unwahrscheinlich.

Erste Symptome zeigen sich erst zirka zwei bis vier Wochen nach dem Kontakt mit dem Virus. Fieber, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen, Husten, Sehstörungen gehen mit der Krankheit einher. Nach einigen Tagen können auch Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall hinzukommen. Aber auch Blutdruckabfall, Nierenfunktionsstörungen und sogar Nierenversagen können die Folge sein. In Deutschland ist es aber eher unwahrscheinlich, dass die Krankheit tödlich verläuft. Baden-Württemberg gehört den Angaben zufolge zu den Hauptverbreitungsgebieten in Deutschland.

Darum wird das Hantavirus 2017 zum Problem

Grund für die vielen Fälle ist laut Ministerium ein starkes Vorkommen von Bucheckern im vergangenen Jahr. Sie sind die Hauptnahrungsquelle der Rötelmaus, deren Population durch die gute Futtersituation stark gestiegen ist. Dadurch breitet sich demnach auch das Virus aus. Menschen können laut Ministerium mit erregerhaltigem Staub in Berührung kommen, wenn sie beispielsweise Holzstapel umschichten oder auf Dachböden, in Kellern oder inGaragen umräumen.

Hantavirus 2017 besonders gefährlich - So schützen Sie sich

Um nicht von dem Virus befallen zu werden, sollten Sie bei Aufräumarbeiten darauf achten, Staub zuerst zu befeuchten. So gelangt er nicht in die Atemwege. Experten empfehlen laut "bild.de" außerdem Arbeitsflächen mit Desinfektionsmittel einzusprühen. Auch sollte man gegen das Eindringen der Nager in die eigene Wohnung mit z.B. Fallen vorgehen.

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Der Virus wird durch die Rötelmaus (Clethrionomys glareolus) übertragen.

Der Virus wird durch die Rötelmaus (Clethrionomys glareolus) übertragen. Bild: dpa

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mag/news.de/dpa
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