21.04.2017

Handy-Krebs als Berufskrankheit: Wie gefährlich ist Handystrahlung tatsächlich?

Können Handystrahlen Hirntumore auslösen? Ein Gericht in Italien hat nun einem Kläger recht gegeben und seine Tumorerkrankung als Berufskrankheit eingestuft (Symbolfoto).

Können Handystrahlen Hirntumore auslösen? Ein Gericht in Italien hat nun einem Kläger recht gegeben und seine Tumorerkrankung als Berufskrankheit eingestuft (Symbolfoto). Bild: Arno Burgi / picture alliance / dpa

Wenn es um die Gefahren von Handystrahlung geht, scheiden sich die Geister: Das eine Lager schätzt die Strahlen, die von Mobiltelefonen ausgehen, als harmlos ein, andere sehen in den Handyemissionen potenziell gesundheitsgefährdende Strahlen, die Krebs auslösen und das Wachstum von Tumoren begünstigen sollen. Eine eindeutig gültige Einschätzung, wie gefährlich Handystrahlung tatsächlich ist, liegt jedoch nicht vor.

Ist Handystrahlung gefährlich? Roberto Romeo bekam Krebs durch Handynutzung

Roberto Romeo aus Italien ist indes der lebende Beweis dafür, dass der Zusammenhang zwischen Handystrahlung und Tumorerkrankungen nicht aus der Luft gegriffen ist. Der 57-jährige Italiener, so schreibt es die "Welt", telefonierte 15 Jahre lang täglich für mehrere Stunden mit seinem Mobiltelefon und musste am eigenen Leib erleben, welche gefährlichen Auswirkungen Handystrahlen haben können. Als der Italiener vor sieben Jahren Probleme mit den Ohren bekam und zum Arzt ging, wurde ein Tumor im rechten Ohr diagnostiziert - offenbar eine Folge des exzessiven Gebrauchs von Handys. Der gutartige Tumor wurde samt Hörnerv in einer Operation entfernt, Roberto Romeo wurde nach dem Eingriff durch den dauerhaften Hörschaden als vermindert erwerbstätig eingestuft.

Klage in Italien: Hirntumor als Berufskrankheit durch Handystrahlung bestätigt

Um seine Verdienstausfälle von seiner Versicherung zurückzuerhalten, zog der Italiener vor Gericht. Dort wollte er die Krebserkrankung aufgrund von Handystrahlen als Berufserkrankung bestätigt bekommen. Das Gericht in Ivrea gab dem Kläger recht: Zum ersten Mal wurde im Fall von Roberto Romeo die übermäßige Nutzung von Mobiltelefonen als Ursache für Tumorerkrankungen anerkannt. Roberto Romeo soll nun, so schreibt es "Welt" weiter, 500 Euro pro Monat von seiner Versicherung erhalten.

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Neue Studie zeigt Zusammenhang von Tumoren und Handystrahlung

Doch nicht nur der Fall von Roberto Romeo bestärkt das Lager derer, die Handystrahlung als gefährlich einstufen. Dass das Krebs-Risiko durch Mobiltelefone und die von den Geräten abgegebene Strahlung ansteigt, belegte eine US-Studie, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde. In der wissenschaftlichen Untersuchung wurde anhand von Experimenten an Ratten, die der Handystrahlung ausgesetzt wurden, ein höheres Risiko für zwei Tumorarten festgestellt.

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loc/sam/news.de
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