30.01.2017, 16.04 Uhr

Kohlenmonoxidvergiftung in Arnstein: SO vermeiden Sie eine Vergiftung mit Kohlenmonoxid

Eine Kohlenmonoxidvergiftung kommt lautlos - dadurch ist sie umso gefährlicher.

Eine Kohlenmonoxidvergiftung kommt lautlos - dadurch ist sie umso gefährlicher. Bild: Angelika Warmuth/dpa

Giftexperten schlagen Alarm: Die Zahl der lebensgefährlichen Kohlenmonoxid-Vergiftungen hat in den vergangenen Jahren besorgniserregend zugenommen. Die meisten Unfälle sind Folge unvorsichtigen Grillens mit Holzkohle. Im Fall der 6 toten jungen Menschen, die nun in einer Gartenlaube im unterfränkischen Arnstein gefunden wurden, gibt es bereits Spekulationen, ob deren Tod etwas mit dem Holzofen zu tun haben könnte, der während der Feier in Betrieb war. Der Einsatz von Grill oder Ofen kann in der Tat gefährlich sein, warnt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Kohlenmonoxid-Vergiftung: Tödliche Wirkung bereits nach 30 Minuten

Früher sei das Risiko einer Vergiftung bei offenem Feuer gut bekannt gewesen, sagte der Instituts-Präsident Andreas Hensel einmal der Deutschen Presse-Agentur. Heute ist die damit verbundene Gesundheitsgefährdung durch das Einatmen der Brand- und Rauchgase offensichtlich in Vergessenheit geraten.

Das beim Verbrennen der Holzkohle in Innenräumen entstehende Kohlenmonoxid kann nach Experimenten des Instituts der Feuerwehr Sachsen-Anhalt bereits nach 30 Minuten tödlich wirken. Die Wissenschaftler hatten in einem etwa 35 Kubikmeter großen Container, der der Größe eines Gartenbungalows oder eines Wintergartens entspricht, einen glühenden Grill gestellt und die Kohlenmonoxid-Konzentration gemessen. Das Fazit: Glimmende Grillbriketts, noch mehr als Holzkohle, verwandelten den Raum innerhalb weniger Minuten in eine Todesfalle.

Kohlenmonoxidvergiftung: Entstehung von Kohlenmonoxid auch durch unscheinbare Tischgrills

Gewarnt wird auch vor kohlebeheizten Tischgrills: Fernsehwerbespots demonstrierten Holzkohle-Grillaktionen im Wohnzimmer, kritisiert das Bundesinstitut für Risikobewertung. Familien hätten diese Werbeaktion missverstanden. In der Vergangenheit mussten immer wieder Kinder und ihre Eltern wegen Kohlenmonoxidvergiftungen im Krankenhaus behandelt werden. Der Magdeburger Rechtsmediziner Reinhard Szibor plädiert dafür, alle Geräte zum Grillen mit deutlichen Warnhinweisen zu versehen.

Kohlenmonoxid entsteht bei der unvollständigen Verbrennung vom kohlenstoffhaltigem Material. Bei mangelhafter Luftzufuhr, so auch in geschlossenen Räumen, ist der Anteil der unvollständig verbrannten Kohle besonders hoch und das Risiko einer Vergiftung erhöht. Da Kohlenmonoxid farb- und geruchlos ist, ahnt der Betroffene nichts von der Gefahr. Nach dem Einatmen wird das Gift rasch über die Lunge aufgenommen.

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