19.01.2017, 12.05 Uhr

Creutzfeldt-Jakob-Krankheit: Neue BSE-Welle? So ansteckend ist die Krankheit in Deutschland

Die dreidimensionale Struktur eines

Die dreidimensionale Struktur eines "Prion", dem fehlerhaften Protein, welches für die als BSE bezeichnete Krankheit verantwortlich gemacht wird und die mit der Creutzfeld-Jakob-Krankheit verknüpft ist. Bild: epa/dpa

Mehr als 20 Jahre nach dem Auftreten erster Fälle der Creutzfeldt-Jakob-Variante vCJK haben Mediziner eine neue Form der Erkrankung nachgewiesen. Der Fall könne möglicherweise den Beginn einer neuen Erkrankungswelle bedeuten, berichten Mediziner des University College London im "New England Journal of Medicine" (NEJM): "Es ist davon auszugehen, dass weitere Fälle zu erwarten sind", sagte Inga Zerr, Leiterin der Forschungsgruppe Prionen an der Universität Göttingen. "Die Fallzahlen können jedoch nicht zuverlässig abgeschätzt werden, da zu viele unbekannte Faktoren in die Berechnung einfließen."

Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und BSE: Ursachen und Therapie-Möglichkeiten

Creutzfeldt-Jakob wird von einem falsch gefalteten Eiweißmolekül verursacht, einem sogenannten Prion. Gelangen fehlgeformte Prionen bis ins Gehirn eines Menschen, können sich die körpereigenen Prionen in einer Art Dominoeffekt falsch falten, was wiederum das Hirngewebe degenerieren lässt. Die Krankheit endet immer tödlich, eine Schutzimpfung oder Therapie gibt es nicht.

Mitte der 90er Jahre tauchten die ersten Fälle von vCJK zunächst in Großbritannien auf. Die Erkrankungen gingen hauptsächlich auf den Verzehr von infektiösem Rindfleisch zurück: Vor drei Jahrzehnten waren vor allem in Großbritannien etliche Rinder an der Krankheit Bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE) erkrankt. BSE-verseuchtes Fleisch kann beim Menschen die Krankheit vCJK auslösen.

Creutzfeldt-Jakob-Krankheit in Deutschland

Die Panik nach dieser Erkenntnis war zunächst groß. Würde es Zehntausende Tote geben? Letztlich wurden beim Überwachungszentrum für CJK in Edinburgh weltweit nur rund 230 vCJK-Fälle erfasst. Nach einem Höhepunkt im Jahr 2000 waren die vCJK-Fallzahlen stetig gesunken, in Deutschland wurde bisher keine einzige Erkrankung gemeldet.

Bislang traten vCJK-Fälle zudem ausschließlich bei Menschen mit einer bestimmten Erbanlagen-Kombination auf. Dabei geht es um etwa 40 Prozent der Bevölkerung. Bei dem nun beschriebenen Fall handelt es sich um einen Mann mit einer anderen Erbanlagen-Kombination. Diese Kombination ist weiter verbreitet: Etwa jeder zweite Mensch trägt sie in sich.

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