03.05.2016, 15.58 Uhr

Gefährliche Anticholinergika?: Diese Medikamente können das Gehirn schrumpfen lassen

Ein Wissenschaftler hält am 21. Februar 2013 im Institut für Anatomie der Universität Leipzig (Sachsen) ein menschliches Gehirn in seiner Hand.

Ein Wissenschaftler hält am 21. Februar 2013 im Institut für Anatomie der Universität Leipzig (Sachsen) ein menschliches Gehirn in seiner Hand. Bild: dpa/Waltraud Grubitzsch

Forscher der Indiana University warnen derzeit vor der Einnahme sogenannter Anticholinergika. Diese werden unter anderen als harndranghämmende oder schlaffördernde Medikamente verschrieben, aber auch gegen Asthma, Parkinson und Koliken können sie eingesetzt werden.

In einer aktuellen Studie, deren Ergebnisse die Autoren in einer Online-Publikation auf dem Branchenportal "JAMA Neurology" vorstellen, förderten die Wissenschaftler zum Teil erschreckende Ergebnisse zutage.

Anticholinergika: Lassen Arzneimittel mit anticholinergischen Wirkstoffen das Gehirn schrumpfen?

Medikamente dieser Wirkstoffgruppe unterbinden die Nervenreize und fördern die Muskelentspannung. Gleichzeitig stellten die Forscher fest, dass sie offenbar das Gehirn schädigen können: Von 451 Probanden (Durchschnittsalter: 73 Jahre), nahmen 60 Personen mindestens ein Anticholinergikum ein. Bei diesen Probanden war das Hirnvolumen kleiner als bei den anderen, der sogenannte Kortex hatte sich zurückgebildet. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch die Grunderkrankungen dieser älteren Patienten, wie z.B. Alzheimer, für diesen Schwund verantwortlich sind. Das müssen nun weitere Tests zeigen.

Zu der Gruppe der Anticholinergika gehören folgende Wirkstoffe: Atropin, Oxybutynin, Propiverin, Scopolamin, Tolterodin und Trospiumchlorid. Personen, die ein Medikament mit einem dieser Wirkstoffe einnehmen, sollten mit ihrem Arzt mögliche Alternativen besprechen.

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lid/ruc/news.de
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