25.01.2016, 15.45 Uhr

Terminservicestellen für Facharzt-Termine: 4-Wochen-Frist! Kommen Kassen-Patienten jetzt schneller zum Facharzt?

Falls der Terminservice keinen Facharzttermin innerhalb der Frist ausweisen kann, können Patienten die Ambulanz eines Krankenhauses aufsuchen. Bild: dpa

Kassen-Patienten sollen ab Montag, 25.01.2016, schneller an Termine bei einem Facharzt kommen. Ausgenommen vom neuen Service sind Zahnärzte, Kieferorthopäden und Psychotherapeuten. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, können sich gesetzlich Versicherte von einer der 17 regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) innerhalb von vier Wochen einen Termin beschaffen lassen.

Facharzttermine ab 25.01.2016: Keine freie Arztwahl bei Nutzung der Terminservicestelle

Der Kassen-Patient braucht allerdings eine ärztliche Überweisung mit einer Codenummer. Und er gibt mit der Unterstützung durch die sogenannten Terminservicestellen die Möglichkeit der freien Arztwahl auf. Falls der regionale und für den jeweiligen Patienten zuständige Service keinen Facharzttermin innerhalb der Frist ausweisen kann, können Patienten die Ambulanz eines Krankenhauses aufsuchen. Die Telefonnummer und die Sprechzeiten der Terminservicestelle erfahren Patienten von der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung. Allerdings ist kein Facharzt dazu gezwungen, den KVen seine freien Termine zu übermitteln.

Service-System für Facharzt-Termine schon bald wieder auf dem Prüfstand?

Politik und gesetzliche Krankenversicherungen (GKV) wollen genau überprüfen, ob die Terminvergabe funktioniert. Die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Sollte es mehr als vereinzelte Probleme geben, müsste ernsthaft über eine systematische Überprüfung nachgedacht werden." Deutschland habe ausreichend niedergelassene Fachärzte, "deren Durchschnittshonorar sich nicht zuletzt durch die Beitragszahler der gesetzlichen Krankenkassen kontinuierlich erhöht". Da sei es nicht zu viel verlangt, kranken Menschen mit einer gesetzlichen Krankenversicherung "in der recht großzügigen Frist von vier Wochen einen Facharzttermin zu vermitteln", sagte sie.

Mit Blick auf die Versorgung des ländlichen Raums sagte die GKV-Chefin: "Eine Terminservicestelle pro KV-Region sollte ausreichen. Ich gehe davon aus, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen mit den besonderen Versorgungsanforderungen der jeweiligen Regionen zurechtkommen." Ihr eigenes System zur Terminunterstützung wollen die Krankenkassen nach den Worten Pfeiffers beibehalten.

Stiftung "Patientenschutz": Es geht "drunter und drüber"

Die Deutsche Stiftung "Patientenschutz" warf den Kassenärztlichen Vereinigungen vor, die Vergabestellen mehr schlecht als recht umgesetzt zu haben: "In den Terminservicestellen der Kassenärzte geht es bundesweit drunter und drüber", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Das hätten Recherchen der Stiftung in allen Bundesländern wenige Tage vor dem Start der Servicestellen ergeben.

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