25.11.2015, 15.49 Uhr

Nach den Anschläge von Paris 2015: Tod schlägt wie eine Bombe ein! So leiden Angehörige von Terror-Opfern

Die Terroranschläge von Paris, am 13. November 2015, erschütterte ganz Europa.

Die Terroranschläge von Paris, am 13. November 2015, erschütterte ganz Europa. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Ina Bongartz

Die Terroranschläge von Paris am 13. November 2015 haben Europa in einen Schockzustand versetzt. Millionen Menschen sind erschüttert und trauern um die 130 Todesopfer, die dem ISIS-Terror in Frankreichs Hauptstadt zum Opfer fielen.

Viele Deutsche sind dieser Tage verängstigt ob der Bedrohung durch weitere Terror-Akte. Die Gefahr für Deutschland durch Anschläge ist akut und realer denn je. Das zeigte unlängst nicht nur die Absage des Fußball-Länderspiels Deutschland gegen Holland am 17. November 2015 in Hannover.

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Mechthild Schroeter-Rupieper ist Familientrauerbegleiterin und erklärte jüngst in einem Interview mit Deutschlandradio Kultur, was Trauernde brauchen und wie anders die Trauer von Angehörigen ist, deren Liebste brutalen Terrorakten zum Opfer fielen. Ihr Buch "Für immer anders. Das Hausbuch für Familien in Zeiten der Trauer und des Abschieds" ist 2009 im Schwabenverlag erschienen.

Angehörige von Terror-Opfern trauern oft anders

Die Trauer nach Anschlägen sei meist eine andere, weil der Tod wie ein Schock komme. Er schlägt ein wie die sprichwörtliche Bombe. Angehörige seien, so erklärt es Schroeter-Rupieper, meist so starr vor Schreck, dass ihnen Trauer zunächst gar nicht möglich sei.

Dieser Schockzustand sei eine psychische Hilfe, um unter den Geschehnissen nicht zusammen zu brechen. Erst wenn der Tod Stück für Stück ins Bewusstsein rücke, das Unfassbare realisiert werde, beginne die Trauerphase.

Und in die mische sich nach einem gewaltsamen Tod zudem oft die Wut der Angehörigen. Wie Schroeter-Rupieper beschreibt, ist es möglich, dass jene Wut die Trauer gar verdrängt. Die bohrenden Fragen nach dem "Warum?", "Was wäre wenn?" und: "Hätte man das verhindern können?" erschweren die Trauer von Angehörigen von Terror-Opfern zusätzlich.

Nach Anschlägen von Paris: Unsere innerste Sicherheit ist erschüttert

Terrorakte wie jene in Paris am 13. November 2015 lassen unsere innerste Sicherheit - man stirbt, wenn man alt oder sehr krank ist - aus den Fugen geraten. Für manche Menschen scheint Verdrängung das Mittel, um mit den schrecklichen Ereignissen fertig zu werden. Schroeter-Rupieper dazu: "Verdrängung ist natürlich auch eine Fähigkeit, die wir haben müssen, denn wenn wir immer nur und permanent trauern, dann würde uns das vielleicht auch kraftlos, energielos machen." Es sei gut und wichtig auch da, wo große Trauer herrsche, diese bewusst zu unterbrechen und seinen Fokus auf etwas anderes zu lenken.

Aber: Was Trauernde grundsätzlich brauchen, sei eine Möglichkeit sich auszudrücken. Schmerz, Angst, Verzweiflung, Wut müssen Ausdruck finden, sie müssen raus. Trauernden tut es laut Schroeter-Rupieper gut, wenn ihre Mitmenschen erkennen: "Das glaube ich dir, dass du traurig bist. Du darfst traurig sein und ich halte deine Traurigkeit aus. Traurigkeit ist ein angeborenes Gefühl, genauso wie Freude ein angeborenes Gefühl ist, und wir machen Menschen eigentlich krank und kaputt, wenn wir denen die Fähigkeit der Traurigkeit wegnehmen."

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boi/zij/news.de
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