07.10.2015, 10.18 Uhr

Smartphones: Risiken und Nebenwirkungen: Handy-Schock! So viele Kinder sind suchtgefährdet

Smartphone als Spielzeug: Acht Prozent der Kinder können als suchtgefährdet eingestuft werden.

Smartphone als Spielzeug: Acht Prozent der Kinder können als suchtgefährdet eingestuft werden. Bild: dpa

Von news.de-Volontärin Lisa Volkmann

Kaum jemand kommt heutzutage noch ohne seinen liebsten technischen Begleiter aus: Es wird gehegt und gepflegt, sanft gestreichelt. Treu hilft es bei allen Aufgaben, wie Termine organisieren, Langeweile vertreiben, mit Freunden in Kontakt bleiben, Arbeit und Freizeit managen - das Smartphone. Während es für Erwachsene unverzichtbar geworden ist, sind inzwischen auch 85 Prozent der 12 bis 13 Jahre alten Kinder in Besitz eines Computerhandys. Bei den Jüngeren nutzt rund die Hälfte ein Smartphone, wie Karin Knop von der Uni Mannheim weiß. Dass das nicht ganz unbedenklich ist, zeigt eine neue Studie.

Studie zur Smartphone-Nutzung bei Kindern: 8 Prozent sind suchtgefährdet

Eine neue Studie von Medienforschern aus Mannheim zeigt, dass die ständigen digitalen Begleiter des Nachwuchses durchaus Risiken und Nebenwirkungen bergen. Denn der Griff geht alle paar Minuten zum Smartphone, es ist wie eine Sucht. Nicht nur bei den Erwachsenen, sondern auch schon bei Kindern. Die Studie fördert Schockierendes zutage: Fast jeder zehnte (acht Prozent) junge Smartphone-Besitzer ist demnach suchtgefährdet. Ein Hauptgrund ist der Studie zufolge, dass ein Großteil der täglichen Kommunikation über das internetfähige Handy abgewickelt wird.

Für die Studie im Auftrag der Landesmedienanstalt NRW haben Forscher 500 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 14 Jahren, aber auch Eltern befragt. Die Studie sei damit repräsentativ für die Handybesitzer dieser Altersgruppe. Viele Kinder und Jugendlichen reagierten dabei durchaus selbstkritisch auf den Smartphone-Konsum.

Wie die Studie zeigt, gibt fast die Hälfte der 8 bis 14-Jährigen Nutzer zu, durch das Handy abgelenkt zu werden, vor allem von den Hausaufgaben (48 Prozent), oder unüberlegt Daten preiszugeben (43 Prozent). Mehr als jeder Vierte gab ab, schon einmal Nachrichten von völlig Fremden erhalten zu haben, jedes vierte Kind fühlt sich durch die permanente Kommunikation über Messenger-Dienste wie WhatsApp gestresst.

Weitere Ergebnisse des Tests:

  • Jedes fünfte Kind (21 Prozent) ist schon auf nicht jugendfreien Seiten gelandet
  • 20 Prozent leiden aufgrund starker Handynutzung unter schulischen Problemen
  • 19 Prozent hat schon Gewalt-Videos übers Smartphone erhalten
  • 15 Prozent bemängeln, dass der Kontakt zu Freunden im realen Leben zu kurz komme
  • Jeder Zehnte war bereits Opfer digitalen Mobbings
  • Vier Prozent der Kinder gab an, bereits intime Fotos verschickt zu haben

Karin Knop von der Uni Mannheim findet, die exzessive Nutzung der Smartphones durch Kinder und Jugendliche sei zu einem Teil durch die Angst getrieben, aus dem Kommunikationsprozess des Freundes- oder Bekanntenkreises ausgeschlossen zu werden. So entstehe ein "permanenter Kommunikationsdruck".

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