04.09.2015, 08.00 Uhr

Insomnie als Volkskrankheit: Wann sollten Sie wegen Schlafstörungen zum Arzt gehen?

Etwa 30 Prozent der Deutschen leiden unter Einschlaf- oder Durchschlafproblemen, Frauen doppelt so häufig wie Männer. Etwa bei der Hälfte der Betroffenen ist sind die Störungen behandlungsbedürftig.

Etwa 30 Prozent der Deutschen leiden unter Einschlaf- oder Durchschlafproblemen, Frauen doppelt so häufig wie Männer. Etwa bei der Hälfte der Betroffenen ist sind die Störungen behandlungsbedürftig. Bild: Photographee.eu/Fotolia

Von news.de-Volontärin Conny Rädel

Das Schlaf nicht nur wichtig sondern sogar lebensnotwendig ist, ist längst erwiesen. Im Schlaf erholen wir uns nicht nur, unser Gehirn verinnerlicht gelerntes, er hält uns jung und sogar abnehmen fällt mit genügend Schlaf viel leichter. Auch für unser seelisches Gleichgewicht ist guter Schlaf wichtig,. Zudem stärkt er unser Immunsystem. Angesichts dieser Lobeshymne werden rund ein Drittel der Deutschen frustriert schauen und sich einfach nur wünschen mal wieder richtig zu schlafen. Etwa jeder dritte Deutsche leidet unter Schlafproblemen: Zu wenig, zu viel, Einschlaf- oder Durchschlafprobleme und selbst beim Aufwachen fühlen sich viele wie gerädert und alles andere als fit für den Tag.

Meist sind Schlafstörungen nicht chronisch

Jeder hat mal eine unruhige Nacht, das macht noch lange keine Schlafstörung. Stress, beruflicher oder privater Ärger, Aufregung oder freudige Erwartung vor wichtigen Ereignissen halten uns häufig wach. Sollte der Stress aber chronisch werden und man kann deswegen nicht einschlafen, sollte selbstverständlich die Ursache bekämpft werden, der Stress, und nicht bloß das Symptom. Klingt der Stress ab, ist die Aufregung vorbei, finden viele Menschen wieder zu ihrem gewohnten Schlafrhythmus zurück.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Können Sie keine akuten Auslöser für ihre Schlafprobleme ausmachen, sollten sie andere Ursachen in Erwägung ziehen. Besonders wenn sie an einer chronischen Schlafstörung leiden, also über einen Monat lang an mindestens drei Tagen in der Woche keinen durchgehenden oder erholsamen Schlaf finden, sollten sie einen Arzt aufsuchen. Wer unter Schlafproblemen leidet sollte diese weder als gegeben hinnehmen, noch in Eigenregie mit Schlafmitteln dagegen vorgehen. Letzteres führt nur selten zu dauerhaftem Erfolg, oder kann die Probleme sogar verschlimmern. Ist die Ursache jedoch erst einmal gefunden, lässt sich meist auch eine effektive Behandlung finden.

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Der Arzt wird zunächst die Form der Schlafstörung klären: Die meisten Betroffenen leiden an Insomnie, Schlaflosigkeit. Neben äußeren Störfaktoren kommen auch körperliche, neurologische Erkrankungen als Ursachen für Schlafstörungen in Frage. Bei solchen Krankheiten ist die Schlaflosigkeit ein Symptom. Anders herum betrachtet, kann Insomnie aber auch bestimmte Erkrankungen fördern, wie Bluthochdruck oder Depressionen.

Hypersomnie und Narkolepsie

Neben der Schlaflosigkeit gibt es auch die sogenannte Hypersomnie, ein erhöhtes Schlafbedürfnis am Tag. Dieses ist oft eine Folge nächtlicher unbewusster oder bewusster Schlafunterbrechungen. Eine der berühmtesten und berüchtigsten Schlaferkrankungen ist Narkolepsie. Mediziner verstehen darunter ein extremes Schlafbedürfnis, mit regelrechten Schlafattacken. Außerdem können plötzliche Muskelerschlaffung, Halluzinationen und gestörte Nachtruhe damit einhergehen.

Hauptgründe für Schlaflosigkeit

Negativ auf den Nachtschlaf können sich schlechte Lebensgewohnheiten auswirken, wie zu spät noch Kaffee zu trinken oder zu Rauchen. Auch schwere Mahlzeiten am Abend belasten den Kreislauf und können so den Schlaf beeinflussen. Alkohol mag zwar erst einmal müde machen, lässt aber nur unruhigen und häufig unterbrochenen Schlaf zu. Schlafstörungen können auch durch Störungen in ihrem Tagesrhythmus entstehen, etwa einem Jetleg oder Schichtarbeit.

Von was kann Insomnie ein Symptom sein?

Schlaflosigkeit kann ein Symptom sein bei: Krebs, Herz- und Kreislaufstörungen, Atemwegs-, Lungen- und Magen-Darm-Erkrankungen, Sodbrennen, chronische Schmerzen, Migräne, hormonelle Einflüsse (wie die Wechseljahre), Harndrang, Nierenerkrankungen und Prostatleiden sowie Schilddrüsenerkrankungen oder neurologische Erkrankungen wie Multible Sklerose und Parkinson. Auch psychologische Erkrankungen wie Burn-Out, Depressionen, Manien und Angststörungen können zu Schlaflosigkeit führen. Weiterhin können Atmenstörungen wie Schlafapnoe oder Bewegungsstörungen wie das Restless-Legs-Syndrom schuld an Schlaflosigkeit sein. Diese Liste ließe sich noch eine ganze Weile fortführen.

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räc/bua/news.de
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