07.08.2015, 12.00 Uhr

Frankfurt sucht Tuberkulose-Kranken: So vermeiden Sie die Ansteckung mit der Seuche

Blutiger Auswurf beim Husten gilt als typisches Anzeichen für Tuberkulose.

Blutiger Auswurf beim Husten gilt als typisches Anzeichen für Tuberkulose. Bild: Miriam Dörr/Fotolia

Tuberkulose-Kranker in Frankfurt am Main auf der Flucht

Tuberkulose (TBC) gilt als eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Aus einem Frankfurter Krankenhaus ist nun ein TBC-Patient aus der Isolierstation geflüchtet. Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach dem Mann. Der 33-jährige Obdachlose ist am 22. Juli im St. Katharinen-Krankenhaus aufgenommen worden. Der Mann sei der "Bild"-Zeitung zufolge hoch aggressiv gewesen, sei auf Schwestern und Ärzte losgeggangen und habe wiederholt versucht, aus der Klinik zu flüchten. Am 31. Juli musste die Polizei gerufen werden, weil der Mann randalierte. Unter Polizei-Bewachung wurde er auf die Seuchen-Station verlegt. Dort wurde er ans Bett fixiert. Zwei Tage später wird die Polizei-Bewachung abgezogen. Noch am selben Tag gelingt es dam Mann, aus der Isolierstation zu flüchten.

Fahndung nach TBC-Patienten

Der Mann hatte offenbar ein Feuerzeug dabei und schaffte es damit, seine Handfesseln durchzubrennen. Er zerbiss die Fixierungsstäbe des Klinkbettes und flüchtete durchs Fenster im 1. Obergeschoß der Klinik über einen Balkon. Bisher verlief die Fahndung ergebnislos, die Polizei warnt in einem internen Schreiben vor dem Flüchtigen laut "Bild": "Bei Antreffen Eigensicherung beachten. Person ist hochansteckend und möglicherweise aggressiv." Zwar wurden alle deutschen Landeskriminalämter alarmiert, aber die Bevölkerung wurde NICHT gewarnt. Dabei schreibt das Infektionsschutzgesetz vor, dass Tuberkulose spätestens nach 24 Stunden gemeldet werden muss. Die Fahnder vermuten indes, dass der an Tuberkulose erkrankte Bulgare im osteuropäischen Bettler-Milieu untergetaucht ist. Laut Beschreibung ist er klein und schmächtig, er hat eine Plastiktasche bei sich und trägt eine schwarze Jeansjacke, Jeans und weiße Turnschuhe.

Tuberkulose - eine tödliche Seuche

Tuberkulose steht ganz oben in der weltweiten Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten. 2012 starben der Weltgesundheitsorganisation zufolge 1,3 Millionen Menschen an TBC. Auch wenn man in Europa kaum noch von Tuberkulose hört: 2013 erkrankten in Deutschland 4318 Menschen an der Infektionskrankheit. Tuberkulose ist in den Entwicklungsländern noch weit vebreitet, vor allem die afrikanischen Länder südlich der Sahara haben damit zu kämpfen, ebenso der Süden und Osten Asiens, mehrere lateinamerikanische Staaten und einige Nachfolgestaaten der Sowjetunion.

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Übertragung, Symptome und Krankheitsverlauf von Tuberkulose

Die Krankheit wird via Tröpfcheninfektion übertragen. Bei Lungentuberkulose, der bekanntesten Form, gelangen die Bakterien durch Hustenauswurf von Wirt zu Wirt. Wenn andere Organe als die Lunge befallen sind, ist auch eine Ansteckung über Magensaft, Urin oder Stuhl denkbar. Die Inkubationszeit beträgt etwa ein halbes Jahr, selten kürzer oder länger, erst danach treten Krankheitssymptome auf. Bei einem gesunden Immunsystem bricht die Krankheit selten aus.

Der Tuberkulose-Erreger Mycobacterium tuberculosis, aufgenommen unter dem Elektronenmikroskop.

Der Tuberkulose-Erreger Mycobacterium tuberculosis, aufgenommen unter dem Elektronenmikroskop. Bild: Gudrun Holland/dpa

Doch durch Rauchen, Unterernährung, mangelnde Hygiene oder eine Aids-Erkrankung kann der Körper soweit geschwächt sein, dass die Tuberkulose-Bakterien die Lunge oder andere Organe befallen. Bleibt die Krankheit unbehandelt, verläuft sie in jedem zweiten Fall tödlich. Symptome einer Tuberkulose-Erkrankung sind über Wochen anhaltender Husten, vor allem in Verbindung mit blutigem Auswurf, Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Stechen in der Brust und Kurzatmigkeit.

Tuberkulose-Ansteckung vermeiden: Schutzmaßnahmen und Therapie

Mit Antibiotika ist Tuberkulose heilbar. Die Medikamente müssen konsequent über sechs bis acht Monate eingenommen werden. Vor allem in Südafrika, Osteuropa und Zentralasien haben sich durch abgebrochenen Behandlungen Antibiotika-restistente Tuberkulose-Bazillen gebildet. Einen zuverlässigen Impfschutz vor TBC gibt es nicht. Neugeborenen können unmittelbar nach der Geburt immunisiert werden, aber selbst diese Immunisierung ist auf bestimmte schwere Formen der Tuberkulose bei Kindern beschränkt und schützt nicht generell vor Ansteckung. Als Schutzmaßnahmen vor Ansteckung werden das Tragen von einem Mund-Nasen-Schutz empfohlen sowie Gegenstände und Flächen, die mit der Ausatemluft bzw. Speichel in Kontakt gekommen sind, zu desinfizieren. Ansonsten gilt es, die erkrankte Person zu isolieren.

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räc/sam/news.de
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