18.02.2015, 08.16 Uhr

Fastenzeit 2015: 40 Tage Verzicht: So fasten Sie richtig

Der Alkohol ist vernichtet, das Konfetti leer und das Narrenkostüm hängt wieder im Schrank: Nach wilder Karnevalsfeierei ist am Aschermittwoch, 18.02.2015, Schluss mit lustig. Im christlichen Jahreskreis steht dann bis Ostern die Fastenzeit an. Das bedeutet 40 Tage Abstinenz - und Finger weg von Süßigkeiten, Zigaretten oder anderen Lastern.

Fastenzeit 2015: Deutsche verzichten auf Alkohol und Süßes

Mehr als die Hälfte der Deutschen findet eine mehrwöchige Fastenzeit sinnvoll. 56 Prozent erklärten, sie hätten schon einmal aus gesundheitlichen Gründen über mehrere Wochen Verzicht geübt, wie eine repräsentative Forsa-Studie im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit ergab.

Sie tranken keinen Alkohol (70 Prozent), aßen nichts Süßes (64) oder kein Fleisch (41), rauchten nicht (40), schalteten Fernseher (33), Handy und Computer (27) ab oder ließen das Auto stehen (15). Laut Studie lehnen in Ostdeutschland deutlich mehr Menschen den Fasten-Gedanken ab als im Westen.

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Kein Alkohol in der Fastenzeit: Die Menschen verzichten weiterhin auf die klassischen Genussmittel. Aber auch Einschränkungen etwa beim Auto oder Internet werden immer populärer.

Kein Alkohol in der Fastenzeit: Die Menschen verzichten weiterhin auf die klassischen Genussmittel. Aber auch Einschränkungen etwa beim Auto oder Internet werden immer populärer. Bild: dpa

40 Tage des Verzichts: Hilft Fasten beim Entschlacken?

Um Sinn und Unsinn des Fastens ranken sich viele Mythen. Immer wieder zu lesen ist zum Beispiel, dass Fasten den Körper entschlackt. Dr. Andreas Baum vom Apothekenmagazin "Diabetes Ratgeber" klärt auf: "Das ist Unsinn. Schlacken gibt es nicht. Abbauprodukte aus dem Stoffwechsel, die der Körper nicht verwerten kann, die werden über die Nieren und den Darm ausgeschieden, und dafür braucht der Körper keine Nachhilfe."

Gewicht verlieren: Taugt die Fastenzeit zum Abnehmen?

Auch dass Fasten beim Abnehmen helfe, ist ein weit verbreiteter Gedanke. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Kalorienzufuhr durch Flüssignahrung drastisch reduziert wird - die Kilos purzeln folglich schnell. Statt nur Suppe zu trinken, reicht es aber meistens schon, Dickmacher wie Süßigkeiten wegzulassen: Das Organsystem entgiftet, der Kreislauf wird stabiler.

Doch hier gilt wie bei jeder Diät: Wer danach wieder genauso isst wie zuvor, wird das während der Fastenzeit verlorene Gewicht schnell wieder zunehmen. "Fasten kann aber durchaus helfen, ungesunde Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zu durchbrechen und kann außerdem wohl auch dazu beitragen, den Stoffwechsel ein bisschen zu trainieren", weiß Dr. Baum.

Diesen Menschen raten Ärzte vom Fasten ab

Trotz aller guten Vorsätze warnen Mediziner aber auch vor einer strikten Fastenkur. Wer zu lange zu wenig isst, schadet dem Körper. Ärzte raten daher vor allem Menschen mit Vorerkrankungen davon ab, ohne professionelle Anleitung zu fasten. Gefahr läuft außerdem der, der seine Ziele zu hoch steckt. Auf was verzichtet wird, sollte immer zu einem passen und darf das Leben nicht einschränken.

Fastenzeit 2015 für mehr Disziplin und Selbstvertrauen

Wer das beachtet, kann sich in der Fastenzeit wirklich Gutes tun. Aus psychologischer Sicht steigert der bewusste Verzicht das eigene Selbstvertrauen und die Disziplin. Außerdem kommt es nach mehrtägigem Fasten zur Ausschüttung des Glückshormons Serotonin.

"Das könnte ein Schutzmechanismus sein, der den Menschen früher dabei geholfen hat, längere Hungerzeiten besser zu überstehen", sagt Dr. Baum. "Das kann aber auch einfach Freude sein über die eigene Willensstärke und die Selbstbeherrschung, dass man das Fasten so gut durchhält."

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zij/sam/news.de/dpa
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