29.06.2014, 09.00 Uhr

Hormone ja oder nein?: Mit der richtigen Hormonbehandlung durch die Wechseljahre

Bei starken Wechseljahresbeschwerden kann eine Hormonbehandlung sinnvoll sein.

Bei starken Wechseljahresbeschwerden kann eine Hormonbehandlung sinnvoll sein. Bild: djd/Gynokadin/Corbis

Keine Frau kommt um sie herum, denn sie kommen früher oder später mit Sicherheit: die Wechseljahre. Viele Frauen sehen diesem Schicksal ganz gelassen entgegen und stehen dem Ganzen offen gegenüber. Den meisten Frauen gelingt es auch durchaus, die Zeit der Hormonumstellung ohne größere Beschwerden hinter sich zu bringen. Dabei soll es hilfreich sein, sich gesund zu ernähren, regelmäßig Sport zu treiben und sich beispielsweise mit Yoga zu entspannen.

Wechseljahre und ihre typischen Begleiterscheinungen im Überblick

Allerdings gehen Statistiken auch von gut einem Drittel an Frauen aus, die durchaus unter den Begleiterscheinungen der Wechseljahre leiden und deshalb auch im Alltag oft eingeschränkt sind. Vor allem diese Symptome sind dann typisch:

Schlafstörungen
Schweißausbrüche und Hitzewallungen
Juckreiz, Brennen und Trockenheit im Scheidenbereich
Nervosität, Gereiztheit und Stimmungsschwankungen

Eine Hormonbehandlung während der Wechseljahre kann daher sinnvoll sein, wenn Frauen beispielsweise an sehr starken Beschwerden leiden oder aber sehr früh in die Wechseljahre kommen, was letztendlich auch das Risiko für Osteoporose steigen lässt. Da die Medizin heutzutage auf sanfte Behandlungsmethoden setzt, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, mithilfe einer niedrig dosierten Hormonbehandlung dem Mangel am weiblichen Sexualhormon Östrogen entgegenzuwirken. So können Tabletten, aber auch Pflaster oder Gel zur Anwendung kommen.

Strukturierte und systematische Hormonbehandlung

Entscheidet man sich für eine hormonelle Behandlung, sollte man einem bestimmten Plan folgen:

1. Den Arzt konsultieren
2. Untersuchungen durchführen
3. Individuelle Therapie festlegen

Ein offenes Gespräch mit dem Gynäkologen hat dabei erste und oberste Priorität. Nur so kann nämlich eine exakte und verlässliche Anamnese durchgeführt werden, die die gesundheitliche Vorgeschichte der Patientin berücksichtigt, aber auch auf genetisch bedingte Vorbelastungen eingeht.

Ein gesunder Lebensstil und eine positive Einstellung sind in den Wechseljahren besonders wichtig.

Ein gesunder Lebensstil und eine positive Einstellung sind in den Wechseljahren besonders wichtig. Bild: djd/Gynokadin/thx

Um Krankheiten ausschließen zu können, wird der Arzt mehrere gründliche Untersuchungen - wie zum Beispiel eine Mammografie und Sonografie - durchführen. Erst dann können sich Arzt und Patientin für eine geeignete Therapie entscheiden. Die Wahl der Zusammensetzung ist dabei heutzutage ausschlaggebend. Die Einnahme von Östrogen könnte beispielsweise über die Haut erfolgen. Aktuelle Studien belegen nämlich, dass das Thromboserisiko so nicht erhöht wird. Über die ganz feinen Blutgefäße der Haut wird das Östrogen vielmehr durch die Haut direkt in den Blutkreislauf transportiert. Ein weiterer Vorteil ist, dass Gele in Absprache mit dem behandelnden Arzt individuell dosiert werden können. Eine möglichst geringe, aber effektive Dosis würde direkt ankommen und wirken, während eine Tablette erst verdaut und von der Leber stark um- oder abgebaut werden müsste.

Bei einer Hormonbehandlung sind natürliche Hormone vorzuziehen

Zum Schutz vor Wucherungen bekommen Frauen, die noch eine Gebärmutter besitzen, in den Wechseljahren zusätzlich Gestagene verordnet. Besser verträglich ist dabei das natürliche Progesteron, das zudem weniger Nebenwirkungen als das synthetische Gestagen mit sich bringt. Neue Studien stellten beispielsweise ein geringeres Brustkrebsrisiko fest. Immer mehr Patientinnen liebäugeln auch mit rein pflanzlichen Behandlungen. Doch obwohl diese natürlichen Präparate lindernd wirken können, sind sie noch nicht ausreichend auf ihre langfristigen Risiken untersucht worden und sind daher - zumindest nach aktuellem Stand - keine alternative Lösung zur ursächlich ansetzenden Hormontherapie.

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dii/loc/news.de/djd
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