08.03.2014, 08.00 Uhr

Cyborgs mitten unter uns: So werden Sie selbst zum künstlichen Menschen

Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier

Der Cyborg, die Mischung aus Mensch und Maschine, ist schon Wirklichkeit.

Der Cyborg, die Mischung aus Mensch und Maschine, ist schon Wirklichkeit. Bild: dpa

Schon 600 Jahre vor Christi Geburt bauten die Ägypter künstliche Körperteile. An einer Mumie aus dieser Zeit fanden Archäologen einen hölzernen Zeh, der tatsächlich lauftauglich war. Nach dem ersten Weltkrieg, als Tausende Soldaten ohne Arme oder Beine von den Schlachtfeldern kamen, erfand der Chirurg Ferdinand Sauerbruch eine Armprothese, mit der die verbleibenden Muskeln aktiviert und damit eine künstliche Hand bewegt werden konnte.

100 Jahre später können Prothesen den menschlichen Körper fast perfekt ersetzen. Die neueste künstliche Hand, die zum Beispiel der deutsche Psychologe Bertolt Meyer nutzt, funktioniert nicht nur, sie fühlt sogar. Immer, wenn er etwas greift oder fühlt, surrt sie leise. Meyer hatte schon viele, viele Hände, erst mit dieser ist er glücklich. Die Medizintechnik hat den Sprung von der Mechanik der Muskeln und Sehnen ins Gehirn geschafft.

Von Science-Fiction in die Wirklichkeit: Gehirn steuert Prothesen

Eine künstliche Hand kann sogar fühlen.

Eine künstliche Hand kann sogar fühlen. Bild: dpa

Eigentlich ist es ganz logisch: Drähte mit Sensoren sind mit den verbleibenden Nerven im Oberarm verbunden, die Signale ans Gehirn senden. Das empfindet dann genauso, als würde der Reiz von echten menschlichen Nervenzellen aufgenommen. Für Science-Fiction-Freunde alles keine Zauberei - aber eben keine Fiktion mehr, sondern Wirklichkeit.

Bionik nennen die Forscher das Zusammenspiel biologischer und technischer Funktionen. Die funktioniert nicht nur in die eine Richtung, bei der das Gehirn Gefühle oder Schwerz im künstlichen Körperteil wahrnimmt, sondern auch andersherum: Unser Hirn steuert die Prothese nicht anders als es vorher beim echten Körperteil auch funktionierte.

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