28.09.2018, 16.45 Uhr

Erkältung los werden: Einfach wegschwitzen - So klappt's!

Bei einer Erkältung können einfache Hausmittel wahre Wunder bewirken.

Bei einer Erkältung können einfache Hausmittel wahre Wunder bewirken. Bild: istockphoto

Eine Erkältung kombiniert fast immer die lästige Verbindung aus Schnupfen, Husten, Heiserkeit und Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Und das zieht sich: Eine Erkältung dauert in der Regel neun Tage. An jeweils drei Tagen kommt, bleibt und geht sie. Bevor der virale Infekt mit Bakterien zum Supergau wird, kann man schon im Vorfeld für Abhilfe sorgen.

Erkältung einfach ausschwitzen

"Nichts kann dem Körper so viel Kraft geben wie Wärme. Wärme ist die beste Naturarznei", ist TV-Gesundheitsexperte Hademar Bankhofer überzeugt. Diese hat entscheidende Vorzüge: Sie kann jederzeit erzeugt werden – für wenig Geld. Die Wärmezufuhr erfolgt sowohl von außen als auch von innen. Wer schnell wieder gesund werden will, für den empfiehlt Bankhofer die "Brachialkur" - schwitzen und schlafen. Allein schon Fieber ist die Schutzmaßnahme des Körpers gegen eindringende Keime. Sie sollten also nicht jede Erkältung sofort mit Fieber senkenden Medikamenten bekämpfen. Lieber für Wärme sorgen und schwitzen bis die Bettwäsche nass ist.

So funktioniert die Schwitzkur gegen Erkältung

Diese ist aber nur für Personen ohne Herz- und Kreislaufprobleme ratsam: Rein in den warmen Jogging-Anzug und eine Wollmütze auf den Kopf. Der Patient sollte es sich in einem Sessel bequem machen, wohlige Wärme von unten kommt durch ein heißes Fußbad. Dazu noch eine Wärmflasche in den Nacken und das Schwitzen kann beginnen. Stufe 2: Jetzt kommt noch ein halber Liter heißer mit Honig versüßter Lindenblütentee hinzu, der schweißtreibend ist. Füße abtrocknen und ab ins Bett. Einmal aber die schweißnasse Kleidung wechseln und gesund schlafen. "Man hat ein künstliches Fieber erzeugt, was einen Teil der Viren gekillt hat", sagt Bankhofer. Wenn Sie Herz- und Kreislaufprobleme haben, zu einer Risikogruppe gehören oder alleine leben, sollten Sie diese Therapie aber lieber nicht anwenden. Auch wenn Sie beriets hohes Fieber haben und der Verdacht auf eine Grippe besteht, ist größte Vorsicht geboten. Suchen Sie dann unbedingt einen Arzt auf. Auch,wenn das Fieber nicht innerhalb weniger Tage deutlich zurückgeht, kommen Sie um einen Arztbesuch nicht herum. Der kann die Erkrankung diagnostizieren und schwerwiegende Krankheiten ausschließen. Ein Antibiotikum hilft übrigens nur bei einer bakteriellen Infektion.

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Hühnersuppe statt Alkohol

Wer es nicht so radikal haben will, kann sich auch sanfter das Prinzip der Wärme zu nutze machen. Einfach warm trinken – und damit ist nicht das Zechen mit Freunden gemeint. AAlkohol ist ein Zellgift und sollte besonders im Falle einer Erkrankung mit Schnupfen, Husten, Heiserkeit und Fieber gemieden werden. Viel besser hilft eine heiße Hühnersuppe. Die enthält viel Zink, das stärkt das Immunsystem. Mit den ätherischen Ölen von Knoblauch, Zitronengras und Ingwer wird die Erkältung noch schneller gestoppt. Diese Inhalsstoffe finden sich auch in einer Gemüsebrühe wieder. Auch frisch aufgegossener Ingwer fördert das Schwitzen und wirkt Entzündungshemmend.

Neben Suppe bringen vor allem Tees den Körper auf Temperatur. Klassisch gibt es Aufgüsse aus Rosenblüten, Holunderblüten oder Ingwer. Gerade die fernöstliche Gewürzknolle hat es in sich: Fünf dünne Scheiben mit einem viertel Liter heißem Wasser überbrühen, zehn Minuten warten und dann mit Honig versüßt schlückchenweise trinken. Ebenso eine gute Möglichkeit, eine Erkältung abzuwenden, ist ein Wärmebad. 20 Minuten lang in die Wanne mit Extrakten aus Rosmarin oder Eukalyptus. Besonders bei den ersten Anzeichen eines grippalen Infekts können Sie mit heißen Getränken und vermehrtem Schwitzen den Schnupfen loswerden.

Es geht aber auch kalt, um seinem Immunsystem einen Kick zu geben: mit Sanddorn. Die Beere hat zehn Mal mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Bankhofer bezeichnet sie auch als "Zitrone des Nordens". Mit 100 Gramm Sanddorn-Früchten nimmt der Körper 900 Milligramm Vitamin C auf. Damit stärkt Sanddorn das Immunsystem, schützt uns vor aggressiven Umweltschadstoffen - den sogenannten freien Radikalen. Am besten morgens und abends zwei Esslöffel Saft aus dem Reformhaus in einer Tasse lauwarmer Milch auflösen und trinken.

Hausmittel gegen Schnupfen und grippale Infekte

Inhalieren mit ätherischen Ölen stoppt die Erkältung, wirkt antibakteriell, lässt die Schleimhäute abschwellen und stärkt das Immunsystem. Vorsicht: Nicht länger als zehn Minuten über der Schüssel hängen. Zum Inhalieren eignet sich eine Lösung aus einem Liter kochendem Wasser und einem Kaffeelöffel Kochsalz. Auch Thymiantee, Eukalyptus und Kiefernnadelöl bringen Linderung.

Unangenehm aber wirksam sind Nasenspülungen, die man auch selber machen kann: Kochsalzlösung. Die lässt die Schleimhaut abschwellen und erleichtert so das Atmen. Einfach die Lösung durch die Nase ziehen und durch den Mund wieder ausspucken.

Was hilft bei Halsschmerzen?

Streichen Sie 250 Gramm zimmerwarmen Quark fingerdick auf ein Leinentuch auf und legen Sie das Tuch mit der Quarkseite an den Hals. Darüber binden Sie ein trockenes zweites Tuch. Lassen Sie den Quark über Nacht einwirken. Er wird am nächsten Morgen trocken, fest und gelb bis bräunlich verfärbt sein. Ein Zeichen, dass durch die Wärme der Auflage über die Haut Giftstoffe ausgeschieden wurden. Auch ein Kartoffelwickel kann helfen.

Was Sie bei Heiserkeit beachten müssen, lesen Sie hier.

Ein weiteres Wundermittel ist Salbeitee: Einen Viertelliter jede Stunde gurgeln. Und so wird der Tee zubereitet: ein Esslöffel getrocknete Salbeiblätter aus der Apotheke oder dem Reformhaus wird mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen, acht Minuten zugedeckt ziehen lassen, durchseihen, lauwarm und ungesüßt verwenden.

 

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