So lockt eine Geisterstadt die Touristen

Die Bilder des Riesenrads von Prypjat gingen um die Welt. Am 1. Mai 1986 sollte der Rummelplatz feierlich eröffnet werden. Daraus wurde nach dem Super-GAU selbstverständlich nichts. Und so sind sowohl der Stahlkoloss...

Die Bilder des Riesenrads von Prypjat gingen um die Welt. Am 1. Mai 1986 sollte der Rummelplatz feierlich eröffnet werden. Daraus wurde nach dem Super-GAU selbstverständlich nichts. Und so sind sowohl der Stahlkoloss...

Es ist der 26. April 1986. In Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl kommt es zu der schlimmsten Nuklearkatastrophe der Geschichte. Die nahegelegene Arbeiterstadt Prypjat muss binnen kürzester Zeit geräumt werden. Knapp 50.000 Menschen fliehen überstürzt. Heute, gut 30 Jahre später, sind Prypjat und die umliegende Natur immer noch schwer verseucht - nichtsdestotrotz werden Tagesausflüge in die Sperrzone immer beliebter. Die einzigartige Geisterstadt erlebt derzeit einen wahren Touristenboom... ... dabei wirkt Prypiat aus der Vogelperspektive eigentlich wie eine typische Plattenbau-Siedlung der einstigen Sowjetunion. Die tragische Vergangenheit wird erst deutlich, wenn man einen Blick hinter die monotonen Beton-Fassaden wirft. Bereits die Wälder rund um die ehemalige Arbeitersiedlung geben einen Vorgeschmack darauf, was Touristen in der Geisterstadt erwartet. Zahllose Fässer, gefüllt mit radioaktivem Müll, verrotten und rosten hier vor sich hin. Die Bilder des Riesenrads von Prypjat gingen um die Welt. Am 1. Mai 1986 sollte der Rummelplatz feierlich eröffnet werden. Daraus wurde nach dem Super-GAU selbstverständlich nichts. Und so sind sowohl der Stahlkoloss... ... als auch der Autoscooter heute stille Mahnmale des Unglücks. Es dürfte nicht mehr allzu lange dauern, bis die Natur das komplette Gelände des Vergnügungsparks verschlingt. Auch in den Gebäuden der Stadt stehen die Zeichen längst auf Verfall. Das gilt für dieses ehemalige Klassenzimmer ebenso wie für... ... die Sporthalle... ... oder auch das Schwimmbad. Was bleibt sind Ruinen, die höchstens noch als skurril-morbide Kulisse für Fotografen dienen. Es ist diese weltweit einzigartige Mischung, die Prypjat für den sogenannten Katastrophentourismus so attraktiv macht. Die verlassene Stadt müssen sich Schaulustige nur mit tausenden Atemmasken teilen... ... und mit wilden Hunden, die auf der Suche nach Nahrung vereinzelt durch die Straßen ziehen.
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