Was Gefangene weltweit erleiden

Rund 3000 Deutsche sitzen jedes Jahr in ausländischen Gefängnissen.

Rund 3000 Deutsche sitzen jedes Jahr in ausländischen Gefängnissen. Der Großteil in Spanien und den USA, aber viele auch in Peru, Brasilien, Venezuela und Thailand. Die dortigen Haftbedingungen haben mit denen in Deutschland nicht viel gemeinsam. Eine Reise durch die Knäste der Welt.

Rund 3000 Deutsche sitzen jedes Jahr in ausländischen Gefängnissen. In keinem ausländischen Land sitzen so viele Häftlinge ein wie in Spanien, rund 600 sind es. Auch im Urlaubsland Italien werden immer wieder Deutsche inhaftiert. 2008 waren es 110. In der Türkei saßen 2008 mindestens 50 Deutsche ein. Hier das Gefängnis in Antalaya, wo der 17-jährige Schüler Marco Weiss in Untersuchungshaft saß. Außerhalb Europas sind die meisten Deutschen in den USA in Haft, 2008 waren es 220. Diese Viererzelle in einem Knast im kalifornischen Elk Grove war eigentlich schon geschlossen, musste aber wegen der extremen Überbelegung in den Gefängnissen Kaliforniens erneut geöffnet werden. So sieht es in einem Knast in Virginia aus. Hier wird gerade eine Ausnahmesituation trainiert. Rund 100 Deutsche werden jedes Jahr in Thailand inhaftiert. In Malaysia (hier der alte Knast von Kuala Lumpur) gilt für Mord, Drogenhandel oder versuchte Tötung mit Schusswaffen die Todesstrafe. ... ist es laut Amnesty wiederholt zu Folter gekommen. Misshandlungen und Schläge auf Polizeistationen sind im ganzen Land verbreitet. Berüchtigt sind die Gefängnisse in Lateinamerika (hier Gangmitglieder in einer Isolierzelle in Guatemala). Auch in Brasilien sitzen viele deutsche Gefangene, derzeit etwa 60. Der deutsche Gefängnisseelsorger Wolfgang Lauer beschreibt die Zellen in Sao Paolo so. In diesem Gefängnis in Honduras gelten eigene Regeln. ... brach im Gefängnis von Comayagua ein Feuer aus, bei dem fast 300 Häftlinge starben. Die Haftanstalt ist vierfach überbelegt, die Haft- und Sicherheitsbedingungen entsprechend katastrophal. Hier werden Schüler durch das Gefängnis in der Hauptstadt San Salvador geführt, um sie davon abzuhalten, sich Gangs anzuschließen. Auch in Mexiko, dem Land, in dem der Drogenkrieg fast 60.000 Todesopfer forderte, ist hinter Gittern alles möglich an Gewalt und Unmenschlichkeiten. In vielen Staaten Afrikas sind die Haftbedingungen katastrophal, Verhaftungen finden willkürlich statt. Durch die Medien ging im vergangenen Sommer der Fall des Deutsch-Marokkaners Mohamed Hajib, der in Marokko inhaftiert ist. Ein Gaddafi-Knast in Libyen. Nach dem Ende der Diktatur hat Amnesty International die neue Führung des Landes aufgefordert, die Haftbedingungen zu verbesssern. In Urusgan im Süden Afghanistans vegetieren Häftlinge in einem Erdloch vor sich hin. Auch in Deutschland sehen nicht alle Zellen so aus wie diese, behindertengerechte, im Gefängnis von Görlitz.
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