Wie Drogen legalisiert werden könnten

Die zweite, etwas weniger restriktive Option wäre die Abgabe in Apotheken.

Die zweite, etwas weniger restriktive Option wäre die Abgabe in Apotheken - wie sie in Schleswig-Holstein schon 1997 fast eingeführt worden wäre. Auch hier wären spezialisierte Apotheker nötig, die auch beratend tätig werden können, um den Schaden für die Konsumenten gering zu halten. Harm reduction heißt das in der Fachdiskussion und wird derzeit von Drogenberatungsstellen durchgeführt. Letztlich wäre diese Variante eine Erweiterung der kontrollierten Abgabe von Ersatzdrogen wie Methadon.

Fast die Hälfte des Opiums weltweit wird laut Transform, einer britischen Organisation, die sich für die Regulierung von Drogen einsetzt, bereits legal für Medikamente hergestellt. Auck Koka wird in der südamerikanischen Andenregion längst legal angebaut. Befürworter der Prohibition befürchten vor allem, dass sich Drogen durch ihre Legalisierung stärker verbreiten. Eine Variante ist das Verschreibungsmodell per ärztlichem Rezept. So würde aus dem Drogenkonsument auf der Straße Patienten mit legaler Verschreibung. Die zweite, etwas weniger restriktive Option wäre die Abgabe in Apotheken. Für weniger gefährliche Drogen wird ein Lizenzsystem vorgeschlagen, bei dem Drogen zwar frei käuflich sind, aber Zwischenhändler, Verkaufsstellen, Produkte und Käufer einer strengen Kontrolle unterliegen. Abgegeben werden sollen Drogen in standardisierten Einheiten, zum Beispiel in Tablettenform. Wichtig ist auch die Verpackung. Sie soll nicht aus einem einfachen Papierchen oder Tütchen bestehen, wie derzeit zum Beispiel bei Marihuana... ... kindersicher sein und über Inhalt, Dosierung, Wirkung und Risiken aufklären - auch, wie bei Medikamenten, über einen Beipackzettel.
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