Kaufen für den Müllhaufen

7,8 Kilogramm Elektroschrott verursacht laut Berechnungen der EU jeder Deutsche pro Jahr. Ein Großteil wird illegal nach Afrika verschifft. Riesige Müllhalden verunstalten etwa Ghanas Hauptstadt Accra und gefährden Bevölkerung und Natur.

Laut Berechnungen der EU verursacht jeder Deutsche jährlich 7,8 Kilo Elektroschrott. Ein Großteil wird illegal nach Afrika verschifft. Riesige Müllhalden verunstalten etwa Ghanas Hauptstadt Accra. Kinder wühlen in den Schrottbergen auf der Suche nach Resten, die sie zu Geld machen können - unter widrigsten Bedingungen und immer mit der Gefahr, sich zu verbrennen oder zu vergiften. Schuld daran ...

7,8 Kilogramm Elektroschrott verursacht laut Berechnungen der EU jeder Deutsche pro Jahr. Ein Großteil wird illegal nach Afrika verschifft. Riesige Müllhalden verunstalten etwa Ghanas Hauptstadt Accra und gefährden Bevölkerung und Natur. ... ist die bewusste Sabotage von Produkten, auch geplante Obsoleszenz genannt. Eine fatale Entwicklung für Mensch und Natur ... ... die bereits 1924 ihren Lauf nahm. Damals schlossen sich mehrere Glühbirnenhersteller zu einem Kartell zusammen und schlossen einen Pakt: Sie wollten ihre Leuchtmittel so manipulieren, dass sie statt 2500 nur noch 1000 Stunden brannten. Wer kennt das nicht: Die neue Strumpfhose gerade einmal angehabt, schon zieht sich die erste hässliche Laufmasche. Das ist von den Herstellern so gewollt. Denn robuste Nylonstrümpfe bringen weniger Geld in die Kassen. Er lief und lief und lief: 15 Millionen Autos der Marke Ford T gingen zwischen 1908 und 1927 vom Laufband. Das Auto war zwar nicht sonderlich stylisch, aber äußerst robust und langlebig. Schlecht für's Geschäft, merkte irgendwann auch Henry Ford. Heute gehört es bei vielen Unternehmen längst zur Strategie, ihre Produkte so zu bauen, dass sie bald kaputt gehen. Die ausrangierten Geräten landen allesamt auf dem Wertstoffhof. Dabei sind meist nur Kleinstteile defekt. Diese Strategie wird auch Apple immer wieder nachgesagt. 2003 wurde sogar eine Sammelklage gegen den Konzern eingereicht, weil der Akku des legendären iPods so konzipiert gewesen sein, dass er nur 18 Monate hielt. Mit eingebauten Akkus wird die Akkulebensdauer zur Produktlebensdauer. Eine Strategie, die sich viele Hersteller bei Apple abgeschaut zu haben scheinen. Denn heute gibt es kaum noch Handys mit austauschbarer Batterie. Weiterer häufiger Obsoleszenz-Kandidat: Das Notebook. Oftmals streiken hier als erstes die Displays. Im Verdacht, geplant zu sabotieren, steht auch Sony mit seiner Playstation 3. Hier hat der Fehler sogar einen eigenen Namen: YLOD (Yellow Light of Death), bei dem die Spielkonsole den Hitzetod stirbt. Schuld daran sind Schludereien an der Platine. Waschmaschinen liefen früher meist 15 Jahre und länger. Heute zicken sie meist schon nach 5 Jahren. Häufiger Grund: Die Heizung ist defekt. Eine Reparatur lohnt meist nicht, weil Ersatzteile zu teuer sind. Also wird ein neues Gerät gekauft. Auch für Geräte, die mit einem Netzstecker laufen, haben sich die Hersteller etwas einfallen lassen, um deren Lebensdauer geplant zu verkürzen. Drucker etwa haben eingebaute Chips, die nach einer bestimmten Seitenzahl das ganze Gerät lahmlegen. Dabei ginge es auch anders: Reparieren statt wegwerfen. In den Niederlanden gibt es bereits 25 sogenannte Repair Cafés, in denen sich Bastler und Schrauber treffen, um defekte Geräte wieder in Schwung zu bringen. Der Berliner Betriebswirt Stefan Schridde sammelt auf seinem Blog murks-nein-danke.de Fälle von geplanter Obsoleszenz. In einem sogenannten Murks-Barometer möchte er anschließend darstellen, welche Hersteller besonders häufig pfuschen.
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