15.02.2019, 21.46 Uhr

Kritik zu "Alita: Battle Angel": Besser als Avatar? DARUM müssen Sie James Camerons Wunschfilm sehen

Alita versteht es, sich durchzukämpfen.

Alita versteht es, sich durchzukämpfen. Bild: © 2019 Twentieth Century Fox

Von news.de Redakteur Pierre Pawlik

Es hat Jahrzehnte gedauert, bis aus dem Manga "Battle Angel Alita" ein Blockbuster mit innovativen Trickeffekten und einer simplen, aber effektiven Geschichte geworden ist. Wir zeichnen für Sie den Entwicklungsweg kurz nach, berichten von der Pressekonferenz zum Film und verraten Ihnen, warum es sich lohnt,"Alita: Battle Angel" anzusehen.

"Alita: Battle Angel": Der lange Weg vom Manga zum Blockbuster

1991 erblickte der Manga "Battle Angel Alita" das Licht der Welt und zog diverse Fortsetzungsbände nach sich. Dass Yukito Kishiro, dem Autor des japanischen Comics mit dem Originaltitel "Gunnm", etwas Großes gelungen war, fiel nicht nur den begeisterten Lesern auf. Auch Guillermo del Toro, Regisseur des letzten großen Oscar-Hits "Shape of Water", war von dem Stoff angefixt. Er versuchte sich schnell die Filmrechte zu sichern. Doch er reichte sie direkt weiter. An niemand geringeren als James Cameron.

Steven Gätjen mit Regisseur Robert Rodriguez und Produzent Jon Landau am Rande der Pressekonferenz zum Film.

Steven Gätjen mit Regisseur Robert Rodriguez und Produzent Jon Landau am Rande der Pressekonferenz zum Film. Bild: pap/news.de

Der gab 2003 bekannt, dass er einen "Battle Angel Alita"-Film drehen wolle. Wie besessen sammelte er Material, um seiner filmischen Version des Mangas Leben einzuhauchen. Doch dann kam Cameron die Arbeit an seinem Superhit "Avatar" dazwischen. Als dieser einschlug wie eine Bombe und abzusehen war, dass Cameron für das Publikum und das Filmstudio Fortsetzungen würde inszenieren müssen, war ihm klar, dass er keine Zeit für seine Vision von "Battle Angel Alita" haben würde. Obschon er 2009 verkündete ein Drehbuch fertig zu haben.

Dieses ließ er seinem Freund Robert Rodriguez zukommen. Der Regisseur von "Sin City" arbeitete sich in die fast schon wahnhafte Vorarbeit Camerons ein und füllte in Rekordzeit so manche Lücke in Camerons Skript. Dieser Enthusiasmus begeisterte James Cameron und er beschloss, Robert Rodriguez die Regie an "seinem" Film zu überlassen. 2015 begannen die Dreharbeiten. Cameron war als Produzent immer an der Entstehung beteiligt. 2018 war der Film fertig. Heuer kommt er nach Jahrzehnten der Anberaumung endlich ins Kino.

Informativ und unterhaltsam: Robert Rodriguez, Christoph Waltz und Rosa Salazar über"Alita: Battle Angel"

Diese lange Vorgeschichte war bei der Pressekonferenz zu "Alita: Battle Angel", wie der Film nun schlussendlich heißt, natürlich auch Thema. In Berlin präsentierten ein sichtlich stolzer Robert Rodriguez, Produzent Jon Landau, Hauptdarstellerin Rosa Salazar und der zweifache Oscar-Gewinner Christoph Waltz am 30. Januar 2019 ihren Film den deutschen Journalisten und stellten sich deren Fragen.

Bei der Pressekonferenz zu

Bei der Pressekonferenz zu "Alita: Battle Angel" in Berlin (v.l.): Moderator Steven Gätjen, Christoph Waltz, Rosa Salazar, Robert Rodriguez und Jon Landau. Bild: © 2019 Twentieth Century Fox / Sebastian Gabsch

Hier erfuhr man, dass die Macher in ihrem Film aufgrund seiner tollen und unabhängigen Frauenfigur ein starkes Statement für Frauenpower sehen. Und dass der Film nicht nur technologischen Fortschritt zelebriere, sondern selbst auch mit wichtigen Fortschritten verbunden gewesen sei. Beispielsweise erklärte Jon Landau, dass ein EINZIGES Auge der Hauptfigur Alita so viele Details berge, wie die bislang bekannteste Kunstfigur aus dem Rechner insgesamt: Gollum aus "Herr der Ringe". Die entzückende Hauptdarstellerin Rosa Salazar verriet zudem, dass sie für den Film über Monate trainiert und sogar andere Rollenangebote abgelehnt habe, um den Fokus auf ihr Training nicht zu verlieren.

Rosa Salazar richtet ihrem künstlichen Ebenbild bei der Pressekonferenz die Haare.

Rosa Salazar richtet ihrem künstlichen Ebenbild bei der Pressekonferenz die Haare. Bild: pap/news.de

Interessant war auch die Erklärung von Regisseur Robert Rodriguez dahingehend, warum Alita in dem Film so große Augen hat. Damit wollten die Macher nämlich nicht nur den mangatypischen Kulleraugen-Charakteren aus der Vorlage Tribut zollen, sondern auch eine bekannte Metapher auf die Spitze treiben. Denn, so Rodriguez, wenn die Augen eines Menschen wirklich die Tore zu seiner Seele seien, was müsste Alita dann erst für eine wundervolle Seele haben, bei so großen und schönen Augen. Die Macher nutzten das, um ihren Ansatz voranzutreiben, dass Alita, obschon sie ein Cyborg ist, im Grunde menschlicher als jeder Mensch ist.

Der bei der Pressekonferenz mit viel süffisantem Humor glänzende Christoph Waltz, der zudem Moderator Steven Gätjen augenzwinkernd düpierte, als er dessen Verbot, in der Pressekonferenz Deutsch zu reden (aus Respekt vor den ausschließlich englischsprachigen Gästen), einfach missachtete und dafür viel Gelächter erntete, umschreibt den fertigen Film so: "'Alita: Battle Angel' ist ein politischer Film. Er ist ein Abenteuerfilm. Er ist ein Liebesfilm. Er besitzt Sentimentalität. Und er bietet Nervenkitzel durch großartige Stunt- und Actionszenen." Was aus seinem Mund ein wenig nach filmischer Wundertüte klingt, ist es letztendlich auch.

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