10.05.2018, 13.30 Uhr

Isle of Dogs: "Isle of Dogs": Darum ist Wes Andersons neuer Film so besonders

Der Junge Atari sucht auf der Hundeinsel nach seinem besten Freund Spots

Der Junge Atari sucht auf der Hundeinsel nach seinem besten Freund Spots Bild: 2017 Twentieth Century Fox/spot on news

Der neue Streifen von Wes Anderson namens "Isle of Dogs - Ataris Reise" versammelt zumindest in der englischen Originalversion wieder einmal das Who's Who der Traumfabrik. Ob Bryan Cranston (62), Bill Murray (67), Jeff Goldblum (65), Edward Norton (48) oder Scarlett Johansson (33) - sie alle leihen im Animationsfilm, der im altmodischen Stop-Motion-Verfahren gedreht wurde, zerzausten Vierbeinern ihre Promi-Stimme. Darauf müssen Zuschauer zwar verzichten, die den Film in der deutschen Übersetzung anschauen, auch so sorgt der Streifen aber für reichlich Aufsehen - und das nicht nur im positiven Sinn.

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Aus vergangenen Tagen

Optisch schlägt "Isle of Dogs" in exakt dieselbe Kerbe wie Andersons Film "Der fantastische Mr. Fox", der ebenfalls im aufwendigen Stop-Motion-Verfahren gedreht wurde. Hier ist also nichts am Computer entstanden, sondern es wurde realen Puppen mit viel Fingerspitzengefühl und vor allem Geduld Leben eingehaucht. Dadurch entsteht ein Filmerlebnis, das man in Zeiten von Pixar und Co. gar nicht mehr gewohnt ist - und von manchen Kinogängern unter Umständen als gewöhnungsbedürftig empfunden werden könnte.

Knuffig und politisch

Wer die Trailer zu "Isle of Dogs" gesehen hat, fühlt sich sofort an sämtliche Filme von Anderson erinnert - von "Rushmore" bis "Grand Budapest Hotel". Das liegt am fast schon märchenhaften Flair, den charmant-chaotischen Figuren und seiner oft kopierten, nie erreichten Bildsprache. Und natürlich am besonderen Wes-Anderson-Humor, der in der Regel für Groß und Klein etwas zu bieten hat und den man entweder vergöttert oder verabscheut.

"Isle of Dogs" bringt aber neben der rührenden Geschichte auch Politik-Kritik mit sich. Die Hauptgeschichte handelt davon, dass alle Hunde Japans wegen einer gefährlichen Krankheit auf eine Müllinsel deportiert und sich selbst überlassen werden. Ein kleiner Junge macht sich auf - mit der Hilfe einer verlausten Heldentruppe - seinen besten Freund zu retten. Was als rührende Story über die Macht der Freundschaft schon genug geboten hätte, mausert sich zu einer interessanten Kritik an politischen Intrigen, Korruption und Propaganda. In Zeiten von Donald Trump (71) wartet ein Animationsfilm über eine Gruppe Hunde also sogar noch mit einer wichtigen Botschaft auf.

Überschattet von Stereotypen?

Doch auch kontrovers wurde der Film direkt nach seiner Premiere auf der Berlinale im Februar diskutiert. Die japanische Kultur werde darin mit zu vielen Stereotypen und Vorurteilen dargestellt, kritisierten einige asiatische Rezipienten. Zudem werde mit der Figur der US-amerikanischen Austauschschülern Tracy der Tropus des "weißen Retters" in seiner Reinform vorgeführt. Ähnliche Vorwürfe musste sich auch Sofia Coppola (46) bezüglich ihres Films "Lost in Translation" anhören.

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