15.02.2018, 09.08 Uhr

Berlinale 2018: Heute Eröffnung - Jury, Stars, Filme und Programm im Überblick

Der Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin, Dieter Kosslick, hält in der Bildgießerei Hermann Noack einen Prototyp des Berlinale-Bären, die Trophäe der Filmfestspiele, in den Händen.

Der Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin, Dieter Kosslick, hält in der Bildgießerei Hermann Noack einen Prototyp des Berlinale-Bären, die Trophäe der Filmfestspiele, in den Händen. Bild: Gregor Fischer / dpa

Die Berlinale kommt auf den Hund. Am Donnerstag, 15.02.2018, werden die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin mit der Weltpremiere von Wes Andersons Animationsfilm "Isle of Dogs" eröffnet. Zur Gala im Festivalpalast am Potsdamer Platz sind mehr als 1.600 Gäste angesagt.

68. Berlinale 2018: Eröffnung mit zahlreichen Filmstars

Der 48-jährige Anderson ("The Royal Tenenbaums") will zusammen mit den prominenten Stimmen seines Hundefilms kommen, darunter Tilda Swinton, Greta Gerwig, Bill Murray, Jeff Goldblum und Bryan Cranston. Auch zahlreiche deutsche Filmgrößen wie Mario Adorf, Senta Berger, Fatih Akin, Daniel Brühl, Iris Berben und Wim Wenders werden erwartet.

Festivaldirektor Dieter Kosslick empfängt Stars und Sternchen auf dem angestammten roten Teppich. Die Online-Petition, den Teppich aus Protest gegen den Missbrauch in der Filmbranche schwarz einzufärben, konnte sich nicht durchsetzen. Sie hatte bis Mittwoch mehr als 20.000 Unterstützer.

Dennoch dürfte die #MeToo-Debatte die elf Festivaltage entscheidend prägen - angefangen von der Eröffnungsgala mit der politisch versierten Moderatorin Anke Engelke bis hin zum Besuch des südkoreanischen Kultfilmers Kim Ki-duk, der sich in seiner Heimat selbst Gewaltvorwürfen ausgesetzt sieht.

Gewinner der Berlinale am 24.02.2018 verkündet

Die renommierten Bären-Preise werden vor dem abschließenden Publikumstag am 24. Februar verliehen. Über die Vergabe entscheidet eine sechsköpfige Jury unter Vorsitz von "Lola rennt"-Regisseur Tom Tykwer. Mit dabei: die belgische Schauspielerin Cécile de France und die amerikanische Independant-Produzentin Adele Romanski.

Die Berlinale gilt mit jährlich mehr als 300.000 verkauften Tickets als das größte Publikumsfestival der Welt. Sie wird aus dem Etat von Grütters mit 7,7 Millionen Euro unterstützt. Diesmal sind in den verschiedenen Reihen insgesamt 385 Filme zu sehen. Ein Schwerpunkt sind erneut Serien.

Auch der britische Sänger Ed Sheeran (26, "Perfect") hat sich angesagt. Am 23. Februar wird die Doku "Songwriter" von Murray Cummings über ihn vorgestellt. Die deutschen Fans seien wahrscheinlich die treuesten der Welt, sagte er der Deutschen Presse-Agentur vorab. "Sie sind echte Musikliebhaber: Sie hören zu an den Stellen, an denen sie zuhören sollen, und sie kreischen dann, wenn sie es sollen."

Berlinale 2018: 19 Filme im Rennen um den Goldenen Bären

Bei der 68. Berlinale gehen 19 Filme aus aller Welt ins Rennen um die begehrten Bären-Preise. Fünf weitere Filme laufen ebenfalls im Wettbewerb, aber außer Konkurrenz. Ein Überblick:

"3 Tage in Quiberon" von Emily Atef (Deutschland), mit Marie Bäumer, Birgit Minichmayr, Charly Hübner und Robert Gwisdek.
"In Zeiten des Teufels" ("Ang Panahon ng Halimaw") von Lav Diaz (Philippinen), mit Piolo Pascual, Shaina Magdayao, Pinky Amador und Bituin Escalante.
"Damsel" von David und Nathan Zellner (USA), mit Robert Pattinson, Mia Wasikowska, David Zellner, Nathan Zellner, Robert Forster und Joe Billingiere.
"Don't Worry, He Won't Get Far on Foot" von Gus Van Sant (USA), mit Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara, Jack Black und Udo Kier.
"Dovlatov" von Alexey German Jr. (Russland), mit Milan Maric, Danila Kozlovsky, Helena Sujecka, Artur Beschastny und Elena Lyadova.
"Eva" von Benoit Jacquot (Frankreich), mit Isabelle Huppert, Gaspard Ulliel, Julia Roy und Richard Berry.
"Meine Tochter" ("Figlia mia") von Laura Bispuri (Italien), mit Valeria Golino, Alba Rohrwacher, Sara Casu und Udo Kier.
"Die Erbinnen" ("Las herederas") von Marcelo Martinessi (Paraguay), mit Ana Brun, Margarita Irún und Ana Ivanova, Debütfilm.
"In den Gängen" von Thomas Stuber (Deutschland), mit Franz Rogowski, Sandra Hüller und Peter Kurth.
"Isle of Dogs" ("Isle of Dogs - Ataris Reise") von Wes Anderson (Großbritannien), Animationsfilm.
"Schwein" ("Khook") von Mani Haghighi (Iran), mit Hasan Majuni, Leila Hatami, Leili Rashidi, Parinaz Izadyar und Ali Bagheri.
"Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" von Philip Gröning (Deutschland), mit Josef Mattes und Julia Zange.
"Museo" ("Museum") von Alonso Ruizpalacios (Mexiko), mit Gael García Bernal, Leonardo Ortizgris, Alfredo Castro, Simon Russell Beale und Bernardo Velasco.
"Das Gebet" ("La prière") von Cédric Kahn (Frankreich), mit Anthony Bajon, Damien Chapelle, Alex Brendemühl, Louise Grinberg und Hanna Schygulla.
"The Real Estate" ("Toppen av ingenting") von Måns Månsson und Axel Petersén (Schweden), mit Léonore Ekstrand, Christer Levin und Christian Saldert.
"Touch Me Not" von Adina Pintilie (Rumänien), mit Laura Benson, Tómas Lemarquis, Christian Bayerlein, Grit Uhlemann und Hanna Hofmann, Debütfilm.
"Transit" von Christian Petzold (Deutschland), mit Franz Rogowski, Paula Beer, Godehard Giese, Lilien Batman, Maryam Zaree, Barbara Auer und Matthias Brandt
"Mug" ("Twarz") von Malgorzata Szumowska (Polen), mit Mateusz Kosciukiewicz, Agnieszka Podsiadlik und Malgorzata Gorol.
"Utøya 22. Juli" von Erik Poppe (Norwegen) mit Andrea Berntzen, Aleksander Holmen, Brede Fristad und Elli Rhiannon Müller Osbourne.

Außer Konkurrenz:

"7 Days in Entebbe" von José Padilha (USA), mit Rosamund Pike, Daniel Brühl und Eddie Marsan.
"Ága" von Milko Lazarov (Bulgarien), mit Mikhail Aprosimov, Feodosia Ivanova und Galina Tikhonova.
"Black 47" von Lance Daly (Irland), mit Hugo Weaving, James Frecheville, Stephen Rea und Freddie Fox.
"Eldorado" von Markus Imhoof (Schweiz) - Dokumentarfilm.
"Unsane" (Unsane - Ausgeliefert) von Steven Soderbergh (USA), mit Claire Foy, Joshua Leonard, Jay Pharoah, Juno Temple, Aimee Mullins und Amy Irving.

Die Berlinale-Jury 2018

Drei Frauen und drei Männer entscheiden bei der diesjährigen Berlinale über die Vergabe der begehrten Bären-Preise. 19 Filme sind von Donnerstag an im internationalen Wettbewerb zu sichten, am 24. Februar werden die Auszeichnungen vergeben. Das sind die Mitglieder der Internationalen Jury:

Jurypräsident Tom Tykwer (52) gilt als einer der bekanntesten deutschen Filmemacher. Seinen internationalen Durchbruch feierte er 1998 mit dem Liebesthriller "Lola rennt". Weitere wichtige Arbeiten sind "Das Parfüm", "The International" und - in Zusammenarbeit mit den Geschwistern Wachowski - "Cloud Atlas" (2012). Der vielfach ausgezeichnete Regisseur ist auch als Drehbuchautor, Filmkomponist und Produzent tätig. Zuletzt war er einer der Regisseure der hochgelobten TV-Serie "Babylon Berlin".

Cécile de France (42) begann schon als Kind mit dem Theaterspiel. Zu den bekanntesten Filmen der belgischen Schauspielerin gehören die Erfolgskomödie "L'auberge espagnole" (2002), die Hollywood-Produktion "In 80 Tagen um die Welt" und "Hereafter" von Clint Eastwood. Bei der Berlinale war sie zuletzt 2017 im Eröffnungsfilm "Django" zu sehen. 2003 wurde sie beim Festival als europäischer Shooting Star geehrt.

Chema Prado (Jg. 1952) hat sich als langjähriger Direktor des spanischen Filmarchivs Filmoteca Espanola einen Namen gemacht. 1976 begann der studierte Architekt und Innenarchitekt dort als Programmleiter, 2016 schied er nach 26 Jahren als Chef aus. Er war schon mehrfach in internationalen Filmjurys vertreten, unter anderem in Cannes, Locarno und Venedig. Als Fotograf stellt Prado in zahlreichen Galerien und Museen aus.

Adele Romanski (35) ist eine der wichtigsten Produzentinnen des amerikanischen Independent-Kinos. Der letztjährige Oscar- und Golden-Globe-Gewinner "Moonlight" von Barry Jenkins entstand unter ihrer Federführung. Auch bei David Robert Mitchells "The Myth of the American Sleepover" (2010) und dem Sundance-Beitrag "Morris aus Amerika" (2016) zeichnete sie für die Produktion verantwortlich. Noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Filme von Jenkins und Mitchell ins Kino kommen.

Ryuichi Sakamoto (66) gehört zu den vielseitigsten zeitgenössischen Komponisten. Der japanische Oscar-, Golden Globe- und Grammy-Preisträger hat über ein Dutzend Solo-Alben herausgebracht. Er schrieb mehr als 30 Soundtracks für Regisseure wie Bernardo Bertolucci, Pedro Almodóvar, Brian de Palma und Alejandro Gonzáles Inárritu. Er engagiert sich für soziale und ökologische Anliegen und unterstützt die Opfer der Erdbebenkatastrophe von Fukushima.

Stephanie Zacharek (54) ist seit 2015 Filmkritikerin des renommierten US-Nachrichtenmagazins "Time". Zuvor arbeitete sie Jahrzehnte für renommierte Zeitungen und Magazine wie die "New York Times", die "Los Angeles Times", den "New Yorker" und "Rolling Stone". 2015 kam sie beim Pulitzer-Preis in der Sparte Kritik in die Endrunde. Sie sitzt regelmäßig in Jurys für Filmpreise. Bei der Berlinale hat sie bereits mehrfach an Veranstaltungen teilgenommen.

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kns/news.de/dpa
Themen: Berlinale, Film
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