21.09.2016, 15.00 Uhr

Joseph Gordon-Levitt über "Snowden": Der Hollywood-Star im Interview: "Ich klebe meine Webcam ab"

Snowden (Gordon-Levitt) kann die Erkenntnisse, die er beim Geheimdienst gewinnt, nicht länger verbergen.

Snowden (Gordon-Levitt) kann die Erkenntnisse, die er beim Geheimdienst gewinnt, nicht länger verbergen. Bild: Universum Film

Von news.de-Redakteurin Susett Queisert-Wittke

Am 22. September 2016 kommt "Snowden" in die deutschen Kinos. Wie der Titel verheißt, handelt es sich bei dem Film um eine Darstellung von Edward Snowden, wie er zur CIA und NSA gelang, welche Entwicklung seine Werte während dieser Zeit nahmen und welchen Einfluss seine Freundin Lindsay hatte.

Zum "Snowden"-Kinostart: Joseph Gordon-Levitt im news.de-Interview

Regie-Urgestein Oliver Stone verfilmt die Geschichte Snowdens mit keinem Geringeren als Jospeh Gordon-Levitt, bekannt aus "The Walk" und "Inception". News.de-Redakteurin Susett Queisert-Wittke sprach mit dem smarten Schauspieler über seine Begegnung mit dem echten Edward Snowden, den Schutz seiner Privatsphäre sowie über künftige Projekte.

Der Fall Edward Snowden
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Großartige Performance Ihrer Darstellung von Edward Snowden. Wie haben Sie sich darauf vorbereitet? Sie haben sich ja mit dem echten Snowden getroffen. Was war Ihr erster Eindruck?

Joseph Gordon-Levitt: Oliver Stone und sein Drehbuchautor Kieran Fitzgerald sind einige Male nach Moskau geflogen, um Edward das Drehbuch zu zeigen, zu dem er eine Menge beitrug. Sie nahmen mich einmal mit und ich konnte Zeit mit ihm verbringen. Auch seine Langzeitfreundin Lindsay war dabei und wir sprachen ungefähr vier Stunden miteinander. Das war sehr nützlich für mich. Klar, ich konnte seine Meinungen und seine Sicht der Dinge nachlesen, aber ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu sitzen zeigte mir die kleinen menschlichen Nuancen, wie er zum Beispiel sitzt oder steht oder redet. Er hat immer versucht, die Aufmerksamkeit weg von ihm persönlich hin zu den Werten, die er vermittelt, zu lenken. Das ist genau das Richtige. Aber ich muss nun mal genau das Gegenteil machen, denn ich bin ein Schauspieler, der ihn spielt. Selbstverständlich habe ich dann mein Augenmerk auf seine Persönlichkeit gelegt.

Im Film selbst sieht man Edward Snowden und nicht Sie, Joseph Gordon-Levitt. War es schwierig, sich selbst so in der Rolle zu verlieren?

Gordon-Levitt: Das sind mir die liebsten Darstellungen, danke für das Kompliment. Auch meine Lieblingsschauspieler sind die "Chamäleons", bei denen man den Schauspieler nicht mehr erkennt, sondern den Charakter der Geschichte. Aber in dieser Story war es sehr wichtig. Wir alle haben Edward Snowden schon gesehen und haben eine bestimmte Vorstellung von ihm. Es wäre seltsam, wenn sie mich, den Schauspieler, der auch in Talkshows etc. auftritt, sehen würden, der vorgibt, für die NSA zu arbeiten. Das wäre seltsam. So habe ich versucht, einen Charakter darzustellen, der irgendwo zwischen ihm und mir lag.

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news.de-Redakteurin Susett Queisert-Wittke traf Joseph Gordon-Levitt zum Interview in München.

news.de-Redakteurin Susett Queisert-Wittke traf Joseph Gordon-Levitt zum Interview in München. Bild: news.de/Susett Queisert

Nachdem Sie nun den Film gedreht und mit Edward Snowden gesprochen haben: Wenn Sie in seiner Haut gesteckt hätten, hätten Sie geredet und die Wahrheit unter allen Umständen ans Licht bringen wollen?

Gordon-Levitt: Ich riskiere nie mein Leben für irgendetwas, was er ja letztlich gemacht hat. So kann ich nicht behaupten, dass ich dasselbe machen würde. Ich habe nie diese Art von Mut gezeigt und ich denke, es wäre für mich auch nicht richtig, zu sagen, ich wäre glücklich, wenn ich die Chance gehabt hätte. Ich bin dankbar, dass er den Job übernommen hat.

Was denken Sie ist der Kerngedanke des Films für Leute außerhalb der USA?

Gordon-Levitt: Das Überwachungssystem, welches Snowden aufdeckte, betrifft ja nicht nur die USA, sondern ist eine weltweite Sache. Diese neue Technologie des Internets ist neu und absolut mächtig. Ich bin immer noch sehr optimistisch, was das Internet betrifft. Wir können uns alle miteinander vernetzen, kommunizieren und bekommen Zugang zu so viel Geschichte und Kultur. Auf der anderen Seite habe ich nie an irgendwelche Nachteile dieser mächtigen neuen Technologie gedacht. Und es liegt an uns, zu entscheiden, ob es sich zum guten oder zum schlechten entwickelt. Gerade bewegt es sich in beide Richtungen.

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Bevor Sie den Film drehten, hatte dieser ganze NSA-Skandal und seine Auswirkungen eine Rolle in Ihrem Leben gespielt?

Gordon-Levitt: Die Wahrheit ist, als ich 2013 von Edward erfuhr und von dem, was er tat, war ich erschrocken, so wie viele andere auch. Es war eine Headline, man hörte seinen Namen, aber so recht wusste ich nicht, um was es ging. Ich denke aber, so ging es vielen. Wir bekommen täglich so viele Nachrichten und haben so viele Optionen, worauf wir unser Augenmerk legen. Es war also ungefähr ein Jahr später, als Regisseur Oliver Stone mir den Job anbot, dass ich mich damit mehr auseinandersetzen musste.

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