18.10.2018, 10.44 Uhr

Bis zu 10.000 Euro Prämie: VW will alte Diesel in großem Stil verschrotten

Autobauer Volkswagen plant die Verschrottung von Diesel-Autos im großen Stil - Autobesitzern winken Prämien von bis zu 10.000 Euro.

Autobauer Volkswagen plant die Verschrottung von Diesel-Autos im großen Stil - Autobesitzern winken Prämien von bis zu 10.000 Euro. Bild: Patrick Pleul / picture alliance / dpa

Über Umtauschprämien in 14 Städten mit besonders belasteter Luft hinaus plant Volkswagen bundesweit die Verschrottung alter Diesel. Dabei geht es nach dpa-Informationen um die Rücknahme und Verschrottung ältere Dieselfahrzeuge der Marken VW, Seat, Skoda und Audi mit den Abgasnormen 1 bis 4. Autobesitzer, die den Umtausch wollen, erhalten demnach eine Prämie - diese soll den Angaben zufolge in der Spitze und für die besonders großen Modelle bei bis zu 10.000 Euro liegen. Ziel ist, drohende Fahrverbote zu verhindern. Zuvor hatte die"Bild"-Zeitung über einen entsprechenden Vorstandsbeschluss berichtet.

Diesel-Verschrottung im großen Stil: VW plant Umtauschprämien bis zu 10.000 Euro für Autofahrer

Damit leiste Volkswagen einen "signifikanten Beitrag" zur Verbesserung der Luftqualität, sagte Konzern-Vertriebschef Christian Dahlheim. Im kürzlich vorgestellten Diesel-Konzept der Bundesregierung sind Hardware-Nachrüstungen für Euro-5-Diesel neben Umtauschaktionen als Möglichkeit vorgesehen, um die Luft in Städten mit hoher Schadstoffbelastung zu verbessern. Bezahlen sollen dies die Autohersteller. Diese lehnen Hardware-Nachrüstungen aber ab.In den 14 Städten soll es zusätzlich zu Umtauschprämien ein Sonderprogramm für Diesel-Autos der Abgasnormen 4 und 5 geben. Dazu zählt laut "Bild" eine günstigere Finanzierung. 

Diesel-Nachrüstungen sollen Schadstoffbelastung senken

Zuvor war bekanntgeworden, dass Volkswagen über einer Million Diesel-Besitzer vom 1. November an Umtauschprämien anbieten will. Die geplanten Prämien sollten im Durchschnitt bei etwa 4.000 Euro für Diesel der Abgasnormen Euro 1 bis Euro 4 liegen - und bei 5.000 Euro für Euro-5-Diesel.

GroKo-Zoff über Bußgelder für Autohersteller schwelt weiter

Die große Koalition streitet derzeit über mögliche Milliarden-Bußgelder für Autobauer. Hintergrund ist die Weigerung der Hersteller, bei möglichen technischen Nachrüstungen älterer Diesel-Autos die Kosten vollständig zu übernehmen. Dies ist neben Kaufanreizen für sauberere Autos ein zentraler Punkt eines Maßnahmen-Pakets, auf das sich Union und SPD im Kampf gegen Fahrverbote geeinigt hatten.

CSU setzt auf Kaufanreiz statt Industrie-Bußgelder

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) lehnt Bußgelder gegen Autohersteller ab. Er setzt vor allem auf Kaufanreize. Die Hersteller würden "attraktive" Umtauschprämien anbieten, es gehe um 1,4 Millionen Autos und ein Volumen von sieben Milliarden Euro, hatte er vergangene Woche gesagt.

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass mit Opel der nächste deutsche Autobauer im konkreten Verdacht steht, die Abgase von Dieselfahrzeugen mit umstrittenen Software-Funktionen manipuliert zu haben. Das Bundesverkehrsministerium hatte einen amtlichen Rückruf für europaweit rund 100.000 Autos der Typen Insignia, Cascada und Zafira angekündigt. Darüber hinaus brummte die Staatsanwaltschaft München der VW-Tochter Audi ein Bußgeld von 800 Millionen Euro auf. Grund seien "Abweichungen von den regulatorischen Vorgaben" bei bestimmten Dieselmotoren.

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loc/news.de/dpa
Themen: Diesel, VW
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