18.10.2017, 12.35 Uhr

Wildwechsel im Herbst 2017: SO reagieren Sie richtig, um einen Wildunfall zu vermeiden

Im Herbst nehmen die Wildunfälle zu.

Im Herbst nehmen die Wildunfälle zu. Bild: dpa

Wer zu schnell oder unaufmerksam fährt, riskiert einen Wildunfall. Besonders auf Landstraßen zwischen Wäldern sind in der Dämmerung und nachts einige Tiere auf deutschen Straßen unterwegs.

Wildwechsel im Herbst 2017: Zu welcher Tageszeit sollte man vorsichtig fahren?

Generell gilt im Herbst und Winter: Vor Wald- und Wiesenstücken Tempo reduzieren und reaktionsbereit sein - besonders in der Morgen- und Abenddämmerung und bei Abschnitten mit Warnschildern. Denn während der Brunftzeit, die je nach Tierart unterschiedlich ist, ist häufiger Wildwechsel vorprogrammiert.

Was tun, um einen Wildschaden zu vermeiden?

Zudem sollten sich Autofahrer bei schlechter Sicht durch Nebel nicht auf die Lichtautomatik oder das Tagfahrlicht verlassen, sondern selbst aktiv das Licht einschalten. Die Automatik kann nur zwischen hell und dunkel unterscheiden, nicht aber zwischen diffusem und klarem Licht. Deshalb: Möglichst früh das Licht einschalten, auch um von anderen Autofahrern gesehen zu werden. Denn das Tagfahrlicht leuchtet nur nach vorne, die Rückleuchten bleiben dunkel.

Welches Verhalten ist richtig bei Wildwechsel im Herbst?

Besonders auf Landstraßen sollten Autofahrer vorsichtig sein: "Wenn Sie mit Tempo 60 auf einen Hirsch stoßen, dann ist das so, als würde sich so ein fünf Tonnen schwerer Elefant auf die Motorhaube setzen", sagt Torsten Reinwald, Sprecher des Deutschen Jagdverbands (DJV) in Berlin. Deshalb ist es ratsam, die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit nicht zu überschreiten und beim Autofahren aufmerksam zu bleiben. Wer ein Tier am Straßenrand sieht, sollte abbremsen, das Lenkrad festhalten, abblenden und hupen, rät der Experte. "Ein kontrollierter Zusammenstoß ist immer besser als ein unkontrolliertes Ausweichmanöver."

Zahlt die Versicherung nach einem Wildunfall?

Sollte es trotzdem zu einem Wildunfall kommen, zahlt die Teilkasko den Schaden am Fahrzeug, wenn es nachweislich einen Wildwechsel gegeben hat. In vielen Verträgen ist allerdings nur Haarwild aufgeführt - dazu gehören Rotwild, Hasen, Füchse oder Wildschweine, erklärt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Auffahrunfälle mit anderen Tieren wie Wölfen oder auch Haustieren sind, solange nicht anders im Vertrag vereinbart, nicht versichert.

Wann zahlt die Versicherung bei einem Wildschaden und wann nicht?

Der Fahrer muss belegen, dass er gegen das Tier gefahren ist, als es die Straßenseite wechseln wollte. Lag es bereits vorher tot oder verletzt auf der Straße, greift die Teilkasko bei einigen Versicherern nicht. Auch, wer dem Tier ausweicht und dabei im Graben landet, muss den Schaden häufig selbst zahlen. Grundsätzlich wird der Schaden auf Basis eines Polizeiprotokolls und einer Wildunfallbescheinigung durch den Versicherer reguliert.

Wer eine Vollkasko hat, kann den Schaden von der Versicherung zahlen lassen. Beweise sind dafür nicht nötig. Das kann sich allerdings auf den Schadenfreiheitsrabatt auswirken, die monatlichen Beiträge könnten steigen. Verbraucher sollten sich in dem Fall vorher beim Versicherer ausrechnen lassen, ob es nicht günstiger wäre, den Schaden selbst zu zahlen.

Was ist nach einem Wildunfall zu tun?

Die notwendigen Beweise sollte man sich vom zuständigen Jagdpächter ausstellen lassen und selbst Beweisfotos machen oder Haarrückstände sichern, so GDV. "Wichtig ist, wenn es gekracht hat, die Unfallstelle zu sichern: Warnblinkanlage an, Warndreieck in sicherer Entfernung aufstellen", sagt Reinwald. Wer Handschuhe dabei hat, sollte das tote Tier auch von der Straße räumen, um weitere Unfälle zu vermeiden.

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kad/kns/news.de/dpa
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