08.07.2015, 18.05 Uhr

Fahrverbot in der Innenstadt: EU-Komisson will Diesel-Fahrzeuge vertreiben

Sind Diesel-Fahrzeuge in deutschen Städten etwa bald Geschichte? Nach einem Bericht von "Focus-Online" könnte dies womöglich schon bald der Fall sein. Die EU-Komissone gefällt es jedenfalls gar nicht, dass Deutschland seit Jahren den Grenzwert des Stickstoffdioxid (NO2) überzieht. In einem extra verfassten Mahnschreiben heißt es, die Bundesregierung habe es versäumt, ausreichende Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung mit dem gesundheitsschädigenden Gas zu ergreifen.

Zu viel Schmutz: Bald könnten Dieselfahrzeuge in deutschen Innenstädten verboten werden.

Zu viel Schmutz: Bald könnten Dieselfahrzeuge in deutschen Innenstädten verboten werden. Bild: dpa

Lesen Sie hier: Shell-Tankstelle gibt Preisgarantie.

EU schlägt Verbot von Dieselautos vor

Hauptquellen der NO2-Verschmutzung in Deutschland sind den Angaben zufolge Diesel-Fahrzeuge."Focus-Online" zufolge hat die Komission als wesentliche Maßnahmen etwa "das Verbot von Dieselfahrzeugen in einigen städtischen Gebieten und die Förderung von Hybrid- oder Elektroautos oder anderer Fahrzeuge, die ohne Schadstoffausstoß betrieben werden können", vorgeschlagen. Dies würde sich positiv auf die Verringerung der Emissionen von CO2 und NO2 auswirken.

Auch interessant: Tödliche Gefahr durch Blow-ups! ADAC warnt Autofahrer.

Erweiterung der Umweltzonen

"Die Automobilhersteller stehen in der Pflicht, bei der Fahrzeugkonzeption Mobilität und Gesundheitsschutz besser zu vereinbaren", erklärte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums. Denkbar sei auch eine "entsprechende Fortentwicklung der Umweltzonen". Entsprechende Regelungen in Bezug auf die Umweltzonen würden die Länder in die Lage versetzen, "Fahrzeuge mit hohen Emissionen aus Innenstädten zu verbannen". Denn auch die Bewohner von Städten hätten ein Anrecht auf saubere Luft.

Erfahren Sie mehr:Ist Elektromobilität heute schon praxistauglich?

Berlin, München, Stuttgart - Diese Städte sind betroffen

Die Bundesregierung hatte der Kommission mitgeteilt, sie rechne in 23 der insgesamt 33 betroffenen Gebiete nicht vor dem Jahr 2020 mit einer Einhaltungdes bereits seit zehn Jahren geltenden NO2-Grenzwerts. Nach Informationen des Focus könnten diese Gebiete von den Maßnahmen betroffen sein:

  • Berlin (Ballungsraum)
  • Freiburg (Ballungsraum)
  • Stuttgart (Regierungsbezirk und Ballungsraum)
  • Tübingen (Regierungsbezirk)
  • München (Ballungsraum)
  • Rhein-Main (Ballungsraum)
  • Kassel (Ballungsraum)
  • Mittel und Nordhessen (Gebiet)
  • Hamburg (Ballungsraum)
  • Thüringen (Gebiet I)
  • Aachen
  • Köln
  • Düsseldorf
  • Dortmund
  • Hagen
  • Essen
  • Wuppertal
  • Grevenbroich
  • Duisburg/Oberhausen/Mülheim)
  • Mainz

Die Kommission könnte Deutschland verklagen

Die Bundesregierung hat jetzt bis zur zweiten Augusthälfte Zeit, auf die Mahnung zu antworten. Sollte Deutschland nicht in der gewünschten Form reagieren, behält sich die Kommission vor, ein Vertragsverletzungsverfahren einzuleiten. Von einem Verbot der Dieselfahrzeuge in deutschen Städten möchte die EU-Komisson nicht sprechen."Es ist Sache der einzelnen Mitgliedstaaten, welche Maßnahmen sie gegen die Umweltverschmutzung ergreifen."

Laut Bundesumweltministerium ist Deutschland nicht das einzige EU-Land, in dem der Grenzwert überschritten wird. Betroffen seien auch Portugal, Italien, Großbritannien, Spanien und Frankreich.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

Zum ersten Mal in der Focus ST-Geschichte bietet Ford den GTI-Gegner jetzt auch als Diesel an. Für 800 Euro mehr bekommt man statt des Zweiliter-Benziners mit 250 PS einen gleich großen Selbstzünder mit 185 PS.

jko/rut/news.de/dpa
Fotostrecke

Zukunft der Hightech-Dieselmotoren

Führerschein-Umtausch aktuellBlitzermarathon am 04.04.2019Frank Rosin, Sophia Thomalla, Lena GerckeNeue Nachrichten auf der Startseite