07.05.2011, 10.23 Uhr

Gebrauchtberatung: Mangelhaft für den Volvo V70

Beim TÜV-Report 2011 kann der Volvo 70 nicht punkten.

Beim TÜV-Report 2011 kann der Volvo 70 nicht punkten. Bild: dpa

Immerhin gibt es beim V70 mit Rost an tragenden Teilen keine Probleme. Egal ob beim von 1996 bis 2000 gebauten Typ L oder dem bis 2007 gebauten V70, Typ 24. Ebenfalls besser als der Durchschnitt der im TÜV Report ausgewerteten Fahrzeuge schneidet der V70 bei der Wirkung der Bremse ab.

Danach zeigt das Fahrzeug jedoch einige Konditionsschwächen. So stellen die Prüfer des TÜV Süd überdurchschnittlich oft ausgeschlagene Gelenke an der Vorderachse und der Lenkung fest. «Berücksichtigen muss man allerdings, dass es sich beim Volvo V70 um ein ausgesprochenes Vielfahrerauto handelt», erläutert TÜV-Süd-Autoexperte Philip Puls.

Mehr Laufleistung als Vergleichmodelle

Untermauert wird die Aussage von der Statistik: Kommt der Durchschnitt der bewerteten Fahrzeuge auf eine Laufleistung von 52.000 Kilometern jährlich, liegt der große Volvo bei 81.000 Kilometern. «Das macht sich natürlich bei Verschleißteilen bemerkbar», ergänzt Puls.

Für teuren Ärger sorgen aber auch andere Kapitel, die bei der Hauptuntersuchung zunächst nicht relevant sind. So gibt es immer wieder Ärger mit den Dieselaggregaten wegen undichter Einspritzanlagen, loser Ladeluftschläuche und in der Folge defekter Turbolader. Dazu gesellt sich eine insgesamt sensible Elektrik.

Von den technischen Schwächen abgesehen, kommt es nicht von ungefähr, dass der V70 von Vielfahrern geschätzt wird. Der Langstreckenkomfort ist hervorragend, das Platzangebot üppig und das Sicherheitspaket hoch. Hinzu kommt das viel gerühmte Styling voll zurückhaltender Eleganz, bisweilen gern als «nordische Klarheit» beschrieben.

Interessant ist der Volvo gleichwohl

Mit der ist es inzwischen weitgehend dahin. Spätestens die 2007 an den Verkaufsstart gegangene dritte Auflage des V70 setzt eher auf Barock denn auf Kante. Das dürfte den bis 2007 gebauten Typ 24 für Auto-Enthusiasten interessant machen, die heute darauf schielen, sich einen Klassiker von Morgen in die Garage zu stellen. Noch interessanter ist das von 1996 bis 2000 gebaute Modell, da dieses noch vor dem Einstieg von Ford entwickelt wurde - also das Attribut für sich beanspruchen kann, ein echter Schweden-Volvo zu sein.

Der Ruf Volvos als Qualitätsinstanz schlägt sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt nieder. So starten die Preise für Diesel-Modelle, Baujahr 2007 mit rund 60.000 Kilometer ab zirka 17.000 Euro. Interessant ist das Fahrzeug damit allemal. Dringend empfehlenswert ist aber, das Fahrzeug vor dem Kauf auf seine neuralgischen Punkte zu checken, insbesondere ist hier der Zustand von Achsen und Lenkung zu beachten.

rli/ham/rzf/news.de/dapd
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